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07.09.2011

Ehemaliger Guantánamo-Häftling Kurnaz enttäuscht über Politiker

Berlin – Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz ist enttäuscht über das Verhalten von Politikern. „Ich bin enttäuscht darüber, dass verantwortliche Politiker das geltende Recht brechen können, ohne für die Folgen verantwortlich gemacht zu werden“, sagte der 29-Jährige der Wochenzeitung „Die Zeit“. Kurnaz kritisiert damit auch die damalige rot-grüne Bundesregierung, insbesondere den damaligen Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Rot-Grün hatte den Deutsch-Türken über Jahre, als ihn US-amerikanische wie deutsche Sicherheitsbehörden längst für ungefährlich hielten, nicht wieder nach Deutschland einreisen lassen. Der Bremer war im Herbst 2001 nach Pakistan geflogen und von dort als angeblicher Terrorverdächtiger in US-Haft nach Guantánamo verschleppt worden. Er kam erst 2006 wieder frei.

Osama bin Laden habe den Islam für die schlimmen Verbrechen am 11. September missbraucht, sagte Kurnaz der „Zeit“. Trotzdem sei dies „kein Grund, selbst die Gesetze zu brechen, scheinbar Verdächtige zu foltern und ohne Prozess zu inhaftieren. Ohne irgendwas mit dieser Sache zu tun zu haben, gerieten die Muslime in den westlichen Ländern generell in Verdacht. Wenn ein durchgeknallter Christ einen Anschlag verübt, halte ich doch auch nicht alle Christen für gefährlich. Der 11. September hat das politische Klima vergiftet.“

Heute bereite ihm seine Zeit in Guantánamo aber keine Probleme mehr. Derzeit arbeitet Kurnaz als sozialpädagogische Hilfskraft in Bremerhaven, ist wieder verheiratet und Vater geworden. Für die Vergangenheit habe er keine Zeit mehr.

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