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Kirche braucht mehr Mut

© dapd

22.02.2013

Ehemaliger Fernsehpfarrer Wahl Kirche braucht mehr Mut

Kritik an Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Trier – Der Trierer Seelsorger Stephan Wahl hat nach der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Trier mehr Mut von der katholischen Kirche gefordert. So müsse die Kirche ihren Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen überdenken, sagte der Monsignore der Nachrichtenagentur dapd. Er begrüße zwar die Aussage des Kölner Kardinals Joachim Meisner, dass die Betroffenen keine „Katholiken zweiten Grades“ seien, doch reiche diese Feststellung nicht aus. „Generell von den Sakramenten auszuschließen, bleibt für mich weiterhin unbarmherzig und bringt die Seelsorger vor Ort in heftige Gewissenskonflikte“, betonte er.

Es gehe in dieser Frage „nicht um moralische Beliebigkeit, sondern um den Umgang mit Scheitern, das vielfältige und nicht vergleichbare Ursachen hat“, fügte der aus der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ bekannte ehemalige Fernsehpfarrer hinzu.

Wahl begrüßt die Anregung von Kardinal Walter Kasper, über ein neues diakonisches Amt für Frauen nachzudenken. „Es ist gut, dass durch diesen Vorschlag Bewegung in die Diskussion kommt“. Gleichwohl erscheine ihm Kaspers Anregung auch „wie ein etwas hilfloser Versuch, der eigentlichen Frage auszuweichen“. Die Frage der Frauenordination sei zwar von Rom endgültig abgelehnt worden, „aber deswegen vom Volk Gottes bis dato noch nicht akzeptiert oder verinnerlicht“, betonte Wahl.

Wahl: Bischöfe müssen Probleme eigenständig lösen

Wahl forderte zudem ein eigenständigeres Agieren der deutschen Bischöfe: „Sicher können Bischöfe nicht alle gegenwärtigen Probleme unabhängig von der Weltkirche lösen. Aber sie könnten mutiger sein in Analyse und Forderung.“ Das führe zu mehr Glaubwürdigkeit, die dann die notwendige gesellschaftskritische und spirituelle Funktion der Kirche eher fördere.

Mit Blick auf die anstehende Wahl eines neuen Papstes erklärte der Fernsehpfarrer: „Auch wenn der aktuelle Rücktritt vielleicht andere und neue Perspektiven auf eine modifizierte Amtsführung ermöglicht, bleibt auch der neue Papst im Letzten, ähnlich einem absoluten Monarchen, der Allein-Entscheider“. Darin liege indes auch „eine Riesenchance“, sagte Wahl. Wenn denn der neue Papst auf „andere Weise ebenso großen Mut zeigt, wie sein Vorgänger es durch seinen Rückzug bewiesen hat“.

Stephan Wahl war bis 2012 Kommunikationsdirektor im Bistum Trier und gab diese Aufgabe auf eigenen Wunsch ab. Seither wirkt er unter anderem als Seelsorger. Papst Benedikt hatte den gebürtigen Bonner im Jahr 2006 zum Päpstlichen Ehrenkaplan (Monsignore) ernannt.

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