Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Wolfgang Bosbach

© Deutscher Bundestag / Thomas Koehler/photothek.net

18.03.2014

Edathy-Affäre Bosbach greift Ziercke an

„Vielleicht wären ja noch weitere Auffälligkeiten entdeckt worden.“

Berlin – Der Vorsitzende des Innenausschusses, der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, hat im Zusammenhang mit der Edathy-Affäre erhebliche Vorwürfe gegen das Bundeskriminalamt (BKA) und dessen Präsidenten, Jörg Ziercke, erhoben.

Bosbach sagte der F.A.Z. (Mittwochsausgabe), es sei „nach wie vor nicht plausibel“, warum die im Januar 2012 begonnene sogenannte Grobauswertung einer aus Kanada kommenden Liste von Kunden einer Firma, die kinderpornographisches Material vertreibt, vom BKA unterbrochen worden sei, nachdem ein BKA-Mitarbeiter als Kunde identifiziert worden war. „Man hätte nach diesem Treffer ja auch sagen können: Jetzt setzen wir die Auswertung mit Hochdruck fort“, kritisierte Bosbach das Verhalten des BKA. „Vielleicht wären ja noch weitere Auffälligkeiten entdeckt worden.“

Sowohl Ziercke als auch die BKA-Mitarbeiterin, die die Liste durchgesehen hatte und auf den Namen des Kollegen gestoßen war, hatten in einer Sitzung des Innenausschusses in der vorigen Woche bestätigt, dass die Suche abgebrochen wurde. Bosbach fehlt eine schlüssige Begründung dafür.

Der CDU-Innenpolitiker kritisierte Ziercke auch dafür, dass er in Sitzungen des Innenausschusses im Februar dieses Jahres nicht gesagt habe, dass eine erste Sichtung der Listen bereits Anfang 2012 stattfand: „Hätte uns Herr Ziercke bereits in der Sitzung im Februar gesagt, dass es schon Anfang 2012 eine sogenannte Grobauswertung gab, hätten wir uns viel Arbeit und Ärger erspart.“ Aufgrund dessen, was Ziercke bis dahin gesagt habe, habe der Ausschuss davon ausgehen müssen, dass es vor dem Sommer 2012 keine Auswertung des Materials aus Kanada gegeben habe.

Erst im Verlauf des Jahres 2013 war die Bearbeitung des Materials so weit fortgeschritten, dass schließlich bekannt wurde, dass auch der einstige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy zu den Kunden des Kinderpornovertriebs gehörte.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/edathy-affaere-bosbach-greift-ziercke-an-69982.html

Weitere Nachrichten

Norbert Walter-Borjans SPD

© Finanzministerium NRW / CC BY-SA 3.0

SPD Walter-Borjans zeigt Sympathie für Vermögenssteuer

Nachdem die SPD die von Parteilinken vorgeschlagene Erhebung einer Vermögensteuer von einer Kommission prüfen lassen will, zeigt der scheidende ...

Al Nur Moschee

© über dts Nachrichtenagentur

SPD Barley will neue Aussteigerprogramme für Islamisten

Familienministerin Katarina Barley will die Extremismus-Prävention neu ausrichten. "Ich sehe großen Bedarf für Präventionsprojekte vor allem im Bereich des ...

Vier junge Leute auf einer Treppe

© über dts Nachrichtenagentur

Rentenkonzept CSU wirft SPD Benachteiligung der jüngeren Generation vor

Nach dem SPD-Parteitag in Dortmund hat CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt den Sozialdemokraten vorgeworfen, die jüngere Generation zu ...

Weitere Schlagzeilen