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Ebolavirus
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Ebola-Infektionen in Spanien und USA Infektionsmediziner Ruf fassungslos

Die USA seien offenbar nicht das Mekka der Krankenhaushygiene.

Berlin – Der Leipziger Infektionsmediziner Bernhard Ruf hat fassungslos auf die Ebola-Infektionen von Pflegepersonal in Spanien und den USA reagiert.

Dass Ärzte und Pfleger in der Madrider Klinik ihre Schutzanzüge alleine an- und ablegten, sei ein „Kardinalfehler“ gewesen, schrieb Ruf in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin „Focus“. An seiner Klinik in Leipzig geschehe das mindestens zu zweit. „Einer beobachtet den anderen und kontrolliert auf Fehler.“

Auch habe die Madrider Station nur über ein „unzureichendes“ Luftaustauschsystem verfügt, die Mitarbeiter seien nur „mit Mund-Nasen-Schutzmaske statt in Atemschutzhaube“ ins Behandlungszimmer gegangen.

„Noch unverständlicher“ findet Ruf, an dessen infektiologischer Klinik in Leipzig erstmals in Deutschland ein Ebola-Patient starb, die beiden Ebola-Übertragungen in den USA. „Die USA sind vielleicht das Mekka der Infektiologie, aber offenbar nicht das der Krankenhaushygiene, zumindest nicht in der Versorgung von hoch-kontagiösen Erkrankungen“, schlussfolgert der Facharzt in „Focus“. „Strenge Hygiene erfordert stets eine strikte, fast militärische Ordnung.“

Da die Behandlung eines Ebola-Patienten einen hohen Aufwand verlangt, zieht Ruf die Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Zweifel, dass in Deutschland 50 derartige Fälle gleichzeitig behandelt werden könnten. Nur fünf der offiziell bis zu neun entsprechend ausgestatteten Kliniken in Deutschland seien überhaupt aufnahmebereit und jede könne maximal zwei schwer Erkrankte auf einmal versorgen, so Ruf. „Die wahre Kapazität liegt bundesweit bei nicht mehr als zehn Patienten.“

In den drei hauptbetroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea konstatiert Ruf einen „Zusammenbruch der gesamten medizinischen Versorgung“. Bis die Infektionsrate „hoffentlich im nächsten Jahr“ wieder sinkt, werde es in Europa und den USA zu weiteren Einschleppungen kommen. „Wahrscheinlich werden auch deutsche Helfer, die jetzt zu Hunderten rekrutiert werden, darunter sein“, so der Leipziger Klinikchef.

Als Lehre aus dem Ausbruch müssten die Industrieländer „den Aufbau eines nachhaltigen Krankenhaussystems und von Strukturen zur Erfassung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten“ in Westafrika finanzieren, forderte Ruf. „Der unkontrollierte Ebola-Ausbruch 2013 bis 2015, das sollte nie mehr möglich sein.“

19.10.2014 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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