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Ebolavirus
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Ebola „Ärzte ohne Grenzen“ kritisiert zögerliche Haltung der EU

„Selbst die WHO reagierte nur zögerlich.“

Berlin – Nach dem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel hat die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ die zögerliche Haltung der Europäischen Union im Kampf gegen die Ebola-Epidemie im Westen Afrikas scharf kritisiert.

„Durch früheres entschiedenes Handeln hätte die Epidemie eingegrenzt werden können“, sagte Tankred Stöbe, Vorstandschef der deutschen Sektion der Organisation der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagsausgabe).

Stöbe kritisierte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO): „Wir haben schon im März vor der Ausbreitung des Ebola-Virus gewarnt. Spätestens im Juni war die Epidemie außer Kontrolle. Aber selbst die WHO reagierte nur zögerlich.“

Es folgt im September ein Brief an die Kanzlerin. Mit verhaltenen Reaktionen. „Wir haben die entsprechenden Stellen frühzeitig mit Informationen versorgt, aber passiert ist wenig.“

Die EU-Gesundheitsminister hatten am Donnerstag in Brüssel über strengere Einreisekontrollen beraten. Stöbe forderte aber ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Ausbreitung des tödlichen Virus in den drei am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

„Die Weltgemeinschaft muss jetzt entschlossen und schnell handeln. Wir brauchen tropenmedizinisch geschultes Personal und mehr Bettenplätze“, sagte Stöbe und forderte: „Wir müssen endlich auch Geld in die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Ebola investieren.“

„Ärzte ohne Grenzen“ rief die EU-Staaten auch auf, nach US-Vorbild Soldaten nach Afrika zu entsenden, um in den betroffenen Staaten eine medizinische Grundversorgung zu leisten. „In der Bekämpfung der Ebola-Epidemie werden alle Kapazitäten benötigt, inklusive das Militär“, sagte Stöbe. Bislang haben nur die USA Soldaten für den Kampf gegen das Virus bereitgestellt.

An der Ebola-Epidemie sind in Afrika bislang nach UN-Angaben vom Wochenende 4.493 Menschen gestorben. Der UN-Ebola-Beauftragte Anthony Banbury hatte zuletzt gewarnt: „Wir sind dabei, das Rennen zu verlieren.“

17.10.2014 - dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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