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Wowereit sieht Chance für Kompromiss

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07.03.2013

East Side Gallery Wowereit sieht Chance für Kompromiss

Investoren bereit zur Prüfung von Alternative – Opposition gegen Bebauung.

Berlin – Im Streit um die Zukunft der East Side Gallery könnte es einen Kompromiss geben. Nach Darstellung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird geprüft, eine vorhandene Mauerlücke am früheren Oststrand zu erweitern, um damit einen weiteren, großen Durchbruch zu verhindern. Das ist das Ergebnis eines Treffens mit den beteiligten Senatsverwaltungen, dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den beiden Investoren.

Am Spreeufer hinter der Galerie sollen ein Hochhaus und ein Wohnriegel entstehen. Außerdem ist eine Brücke geplant. Um das Gelände zu erschließen, war in der vergangenen Woche mit einem Teilabriss begonnen worden. Insgesamt sollte ein 23 Meter breiter Durchgang geschaffen werden. Gegen die Versetzung von Mauerteilen gab es massive Proteste. Die Verantwortung für die Arbeiten weisen sich der rot-schwarze Senat und der von den Grünen geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegenseitig zu.

Für die alternative Lösung müsste der Investor des Wohnriegels sein Bauprojekt umplanen, um Rettungswege für die Feuerwehr und eine Zufahrt für Bewohner des Hochhauses zu ermöglichen. Das Unternehmen habe die Bereitschaft signalisiert, dies zu prüfen, sagte Wowereit am Donnerstag. Nach seinen Angaben müsste die vorhandene Lücke am ehemaligen Oststrand von bisher vier auf knapp elf Meter ausgedehnt werden.

Wowereit optimistisch

Der Regierungschef äußerte sich „optimistisch“, dass auf diese Weise eine tragfähige Lösung gefunden werden könne. Die Investoren hätten aber die Erwartung geäußert, dass das Bezirksamt konstruktiv daran mitwirke. Hintergrund sei, dass Friedrichshain-Kreuzberg bei dem Treffen seine Forderung nach einem generellen Verzicht auf eine Bebauung bekräftigt habe, sagte Wowereit.

Dies lehne der Senat ab, betonte der Politiker. Damit kämen „riesige Entschädigungssummen“ auf den Bezirk zu, die dieser nicht aufbringen könne. Ersatzgrundstücke als Ausgleich für die Investoren gebe es nicht. Mit der Konzentration eines Mauerdurchbruchs auf die bisherige Öffnung wäre aber „viel erreicht“.

Wann die jüngst geschaffene Mauerlücke wieder geschlossen wird, ist noch offen. Darüber hätten sich die Teilnehmer des Treffens bisher nicht verständigt, sagte Wowereit. Das sei erst nach Abschluss der Prüfung von Alternativen möglich. Es würden aber vorerst keine weiteren Segmente versetzt.

Senat hat lange geschwiegen

Politiker der Opposition warfen dem rot-schwarzen Senat am Donnerstag im Abgeordnetenhaus vor, im Streit um die Zukunft der East Side Gallery lange geschwiegen zu haben. Clara Herrmann (Grüne) und Katrin Lompscher (Linke) verlangten zudem, das Gelände hinter dem Kunstwerk komplett von Bauten frei zu halten.

Herrmann sagte, jeder, der es ernst meine mit der Forderung nach Erhalt der Galerie, müsse die Gesamtfläche im Auge haben. Zugleich verteidigte sie das Verhalten des Bezirks, der den jüngsten Mauerdurchbruch veranlasst hatte. Die Entscheidungen dazu reichten bis in die 1990er Jahre zurück und seien vom Senat getroffen worden. Der Bezirk sei verpflichtet, sie nun umzusetzen.

Lompscher bewertete das Einschalten Wowereits, der zu dem Treffen der Akteure eingeladen hatte, als „Erfolg der massiven Proteste“. Das sei aber noch lange kein Grund zur Entwarnung.

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