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Pegida in Dresden

© Arno Burgi über dpa

25.01.2015

Dresden Erstmals weniger Teilnehmer bei Pegida-Demonstration

Zu der Kundgebung kamen laut Polizei am Sonntag 17 300 Anhänger.

Dresden/Berlin – Eine Woche nach dem Demonstrationsverbot wegen einer Terrordrohung hat das Pegida-Bündnis in Dresden erneut Tausende Anhänger mobilisiert. Allerdings ging die Zahl erstmals zurück: Zu der Kundgebung kamen laut Polizei am Sonntag 17 300 Anhänger. Vor zwei Wochen hatten die islamkritische Bewegung noch 25 000 Menschen auf die Straße gebracht.

In der Politik verschärfte sich der Streit um den Umgang mit dem Bündnis. Ein Gespräch von SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Pegida-Anhängern löste heftige Debatten aus – vor allem in der eigenen Partei.

Die Polizei war am Sonntag in Dresden mit starken Kräften im Einsatz. Nur wenige Meter von der Pegida-Kundgebung entfernt demonstrierten nach Angaben der Polizei rund 5000 Menschen mit dem Bündnis „Dresden für alle“ gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Es kam zu kleineren Rangeleien zwischen Anhängern beider Lager.

Es war die 13. Kundgebung der Pegida und die erste seit dem Rücktritt ihre Mitgründers Lutz Bachmann. Der 41-Jährige hatte am Mittwoch alle Ämter niedergelegt, nachdem ein Selfie mit „Hitler-Bärtchen“ und menschenverachtenden Facebook-Posts bekanntgeworden waren. Wegen einer Terrordrohung von Islamisten gegen Bachmann waren am vergangenen Montag alle Demonstrationen in Dresden verboten worden. Bislang hatte das Bündnis von Mal zu Mal mehr Menschen mobilisieren können.

Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel wies bei der Kundgebung Berichte über eine Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland zurück. Auch im Zusammenhang mit dem Rücktritt Bachmanns habe es keine Absprachen gegeben, sagte sie. „Pegida ist und bleibt überparteilich.“ Unter großem Beifall der Menge sprach Oertel von „Presse-Lügnern und Politik-Versagern“ und kündigte eine Initiative für ein Bürgerbegehren zur Rücknahme der Polizeireform in Sachsen an.

Die Pegida-Organisatoren hatten die Demonstration um einen Tag vorgezogen. Eigentlich gehen die Islamkritiker immer montags auf die Straße. Unter dem Motto „Offen und bunt – Dresden für alle“ findet an diesem Montag in Dresden jedoch ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer statt.

Am Freitagabend hatte SPD-Chef Gabriel überraschend an einer Diskussionsveranstaltung mit Pegida-Anhängern in Dresden teilgenommen. „Ich finde, mit den Menschen müssen wir besser in Kontakt kommen“, sagte der Vizekanzler, der seinen Besuch als privat bezeichnete. „Reden ist das Einzige, was man in der Demokratie machen kann.“ Kein Interesse habe er aber an einem Dialog mit den Organisatoren von Pegida.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi wandte sich in der „Frankfurter Rundschau“ erneut gegen jeden Dialog. „Wer mündig ist, trägt Verantwortung für seine Taten und dafür, wem er hinterherläuft“, sagte sie in dem Interview, das schon vor Gabriels Auftritt geführt wurde.

Die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann sagte: „Rassismus ist keine Gesprächsgrundlage.“ Grüne und Linke warfen Gabriel eine Aufwertung von Pegida vor und verlangten, die Haltung der SPD klarzustellen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte, die Pegida-Demonstrationen beschädigten das Ansehen Deutschlands in der Welt.

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