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Drei Punkte statt Freundschaftspflege

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10.02.2012

1. FC Nürnberg Drei Punkte statt Freundschaftspflege

Komme nicht, um alte Freunde zu treffen.

Nürnberg – Fast zwei Jahre ist es jetzt her, aber Jens Hegeler erinnert sich, als wäre es gestern gewesen. “Das war ein ganz besonderer Moment. Dieses Tor, das erste meiner Profi-Laufbahn. Und noch dazu für Augsburg so ein wichtiges”, sagt der Mittelfeldspieler der Nachrichtenagentur dapd. Damals, am 2. Mai 2010, schoss Hegeler den Zweitligisten FC Augsburg durch seinen Siegtreffer gegen 1860 München in die Relegation. Der heutige Liga-Neuling scheiterte im ersten Anlauf – am 1. FC Nürnberg, mit dem Hegeler am Sonntag (15.30 Uhr) zum Abstiegskampf an seine alten Wirkungsstätte zurückkehrt.

“Ich bin nicht da, um alte Freunde zu treffen, sondern um drei Punkte zu holen”, stellte der 24-Jährige vor dem Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen klar. Telefongespräche und SMS-Kontakt mit ehemaligen Weggefährten wie Kumpel Marcel Ndjeng hat Hegeler in den vergangenen Tagen eingestellt: “Das können wir doch nach dem Spiel wieder machen”, sagt er und lacht. Für Hegeler und den Club, Überraschungs-Sechsten der vergangenen Saison, geht es nach zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen der Rückrunde inzwischen wieder ums nackte Überleben.

“Das ist uns durchaus präsent. Wir wissen, dass wir im Abstiegskampf stecken”, sagt Hegeler. Und am Tabellenende hat das zweite bayerische Bundesliga-Derby für beide Mannschaften existenziellen Charakter. Gewinnen die Nürnberger, halten sie sich Augsburg vom Hals. Verliert der Tabellenvierzehnte, rückt der bayrische Nachbar bis auf einen Punkt heran. “Wir können selbst dafür sorgen, die da unten auf Distanz zu halten”, sagt Hegeler. Oder eben dafür, dass der Abstiegskampf um einen Kandidaten bereichert wird.

Hegeler freut sich auf diese “besondere Brisanz”, die das 21. Aufeinandertreffen beider Mannschaften birgt. Für ihn persönlich ist die Partie 216 Kilometer von seinem Wohnort sowieso von Emotionen geprägt: “Ich habe Augsburg viel zu verdanken”, sagt er. Unter Jos Luhukay schaffte der Mittelfeldallrounder den Sprung zum etablierten Erstliga-Spieler. Auch deshalb wünscht er seinem Ex-Klub, “dass sie drin bleiben. Für mich sind sie nicht Abstiegskandidat Nummer eins.”

Der gebürtige Kölner mag Bayern: “Augsburg gefällt mir, die Stadt Nürnberg ist auch sehr schön”. Der Schritt zurück zu Bayer Leverkusen, von wo Hegeler von 2008 bis 2010 an Augsburg und seitdem an Nürnberg verliehen wurde, ist aber wohl zu Saisonende geplant.

“Genau weiß ich es noch nicht. Aber ich will mich jetzt ohnehin erst auf den Abstiegskampf konzentrieren”, sagt er. Ob sich der groß gewachsene “Achter”, wie er sich selbst sieht, bei Bayer durchsetzen könnte, bezweifeln ebenso viele wie daran glauben. Teils zu langsam, behäbig, kraftlos, teils technisch stark, vorausschauend und mannschaftsdienlich. “Tja, wenn ich diese Schwankungen erklären könnte, würde ich sie abstellen”, sagt er. Ein Problem der gesamten Mannschaft.

Guten Spielen wie dem 3:0 gegen Leverkusen oder dem 2:0 bei Hertha BSC folgten genauso schnelle Rückfälle. Zuletzt beim 0:2 gegen Meister Borussia Dortmund fehlte den Nürnbergern “die Geilheit”, wie Torwart Raphael Schäfer es formulierte. Hegeler gibt ihm Recht: “Wir müssen das Glück mehr erzwingen.”

In Augsburg will er damit anfangen – auch wenn die Schwaben dann wohl genauso schnell unten wären, wie sie hochgekommen sind…

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