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Drei mutmaßliche Piraten auf freiem Fuß

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13.04.2012

Hamburg Drei mutmaßliche Piraten auf freiem Fuß

Landgericht entlässt junge Somalier aus der U-Haft.

Hamburg – Im Prozess gegen mutmaßliche Piraten hat das Hamburger Landgericht drei der zehn Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen. Ein weiterer Verbleib in U-Haft wäre wegen der langen Verfahrensdauer für die jungen Somalier nicht mehr verhältnismäßig gewesen, teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit. Sie werden nun in einer betreuten Wohneinrichtung untergebracht. Die drei dürften sich in Hamburg frei bewegen, sagte der Sprecher. In der Wohnung würden sie verpflegt, zudem sollen sie Unterricht erhalten.

Die sieben anderen Angeklagten bleiben jedoch weiter in Haft, da für sie als Erwachsene nicht das Jugendstrafrecht gilt. Im Dezember hatte das übergeordnete Oberlandesgericht eine Frist bis Ende März gesetzt, in der über den Haftverbleib der drei mutmaßlichen Piraten entschieden werden musste. Deren Verteidiger hatten ein Ende der U-Haft gefordert. Dem gab das Landgericht nun nach, weil sich die Fluchtgefahr der Angeklagten „deutlich verringert hat“, wie der Sprecher sagte. Auch weil sich die drei nun Freigelassenen „gut entwickelt“ hätten, stünde die U-Haft dem „das Jugendstrafrecht beherrschenden Erziehungsgedanken“ entgegen.

Die drei stehen jedoch weiter unter dem dringenden Tatverdacht, am 5. April 2010 am Überfall auf den Hamburger Frachter „Taipan“ beteiligt gewesen zu sein. Die Somalier waren von schwer bewaffneten niederländischen Marinesoldaten festgenommen und den deutschen Behörden übergeben worden. Sie hätten mit dem Überfall den Seeverkehr angegriffen und erpresserischen Menschenraub begangen, sagte der Gerichtssprecher. Ihnen droht nach einer Verurteilung eine mehrjährige Jugendstrafe.

Die drei entlassenen Somalier können sich den Angaben zufolge inzwischen auf Deutsch verständigen. Zudem hätten sie bereits verschiedene berufsfördernde Maßnahmen absolviert. Eine unmittelbare Gefahr gehe von ihnen nicht aus. Sollten sie allerdings nicht zu den weiteren Verhandlungsterminen erscheinen, können die Richter neue Haftbefehle erlassen.

Ursprünglich hatte das Landgericht das Verfahren gegen die mutmaßlichen Piraten nach Jugend- und Erwachsenenstrafrecht trennen wollen. Dies sei nach der überraschenden Aussage eines 29-jährigen Angeklagten aber nicht mehr möglich gewesen, da seine Angaben für alle zehn Somalier relevant sind. Er hatte Ende Februar ein umfassendes Geständnis abgelegt und seine Mitangeklagten schwer belastet.

Den Vorwurf, der Prozess würde zu lange dauern, wiesen die Richter zurück. Wegen des „Umfangs des Verfahrensstoffs“ sei ein kürzeres Verfahren gar nicht möglich.

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