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Tennis: Drei Deutsche weiter am Tag der Blessuren

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18.01.2012

Tennis Tennis: Drei Deutsche weiter am Tag der Blessuren

Abbruchsiege für Kohlschreiber und Görges – Auch Barthel in dritter Runde.

Melbourne – Zwei Abbruchsiege, ein Ausrufezeichen, eine achtbare Niederlage, ein Abschied und eine Absage: Der dritte Tag der Australian Open brachte aus deutscher Sicht drei Drittrundenteilnehmer und insgesamt ein ansehnliches Ergebnis. Während Philipp Kohlschreiber und Julia Görges von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Gegner profitierten, setzte Mona Barthel ihren Siegeszug ohne gegnerische Hilfe fort. Tobias Kamke wurde für einen großen Kampf nicht mit dem Sieg, aber mit Ovationen belohnt, Tommy Haas mit herzlichem Applaus aus Melbourne verabschiedet. Andreas Beck musste wegen Rückenschmerzen auf sein Match gegen Roger Federer verzichten.

Die Zuschauer im zweitgrößten Stadion im Melbourne Park wurden für die verhinderte Federer-Vorstellung voll entschädigt. Kamke und der Ukrainer Alexander Dolgopolow lieferten sich 3:18 Stunden lang einen spektakulären Schlagabtausch. Der Lübecker hatte den 13. der Weltrangliste dabei am Rande einer Niederlage, doch den Matchball gegen sich wehrte der Ballkünstler aus Kiew mit einem perfekten Schlag ab.

“Es hat vielleicht ein Zentimeter gefehlt”, trauerte Kamke der verpassten Chance nach. Am Ende hatte Dolgopolow mit 4:6, 6:1, 6:1, 3:6, 8:6 das bessere Ende für sich. “Das war ein sehr gutes Match, darauf kann man aufbauen”, sagte der in der Weltrangliste auf Position 98 zurückgefallene Kamke.

Beifallumrauscht und dennoch als Verlierer wie Kamke verließ auch Tommy Haas die große Bühne. Nach seiner ehrenhaften 4:6, 3:6, 4:6-Niederlage gegen Rafael Nadal winkte er lange dem Publikum zu, warf sein T-Shirt in die Menge und verließ die Rod-Laver-Arena. Es war mutmaßlich ein Abschied für immer aus Melbourne. “Wer weiß, ob ich noch einmal zurückkomme”, äußerte der 33-Jährige Zweifel an einer Wiederkehr an die Stätte seiner größten Erfolge. Dreimal hatte er bei den Australian Open das Halbfinale erreicht.

In seiner aktuellen Verfassung konnte der gebürtige Hamburger nur phasenweise seine alte Klasse zeigen. “Wenn ich bedenke, dass ich in den letzten zwei Jahren nicht viele Matches hatte, und wenn ich dann sehe, wie gut ich immer noch mithalten kann, ist das schon beeindruckend und schürt den Drang weiterzumachen”, erklärte Haas. Der Deutsche mit dem US-amerikanischen Pass und der Wahlheimat Florida hatte wegen Operationen an Schulter, Rücken und Hüfte monatelang pausieren müssen.

Gegen den akuellen Weltranglistenzweiten reichten weder Fitness noch Konstanz. Immerhin gelang es Haas, nach einem kapitalen Fehlstart mit einem 0:4-Rückstand ins Match zu finden. Zweimal nahm er Nadal den Aufschlag ab und dehnte so seinen letzten Auftritt auf 2:29 Stunden aus. Dann schoss er beim zweiten Matchball gegen sich eine Vorhand ins Aus. “Ich habe es genossen”, sagte der Altmeister.

Derweil setzte Melbourne-Novizin Mona Barthel ihre Siegesserie fort. Der 7:5, 6:3-Erfolg gegen die auf Nummer 32 gesetzte Tschechin Petra Cetkovska war der zehnte Triumph hintereinander für die 21-jährige Bad Segebergerin. Als Qualifikantin hatte sie das Turnier in Hobart und damit viel Selbstvertrauen gewonnen, das ihr jetzt in kniffligen Situationen wie dem Satzball für Cetkovska im ersten Durchgang hilft. Sie sagte: “Ich mag die Big Points, weil ich weiß, dass ich schon viele enge Punkte gewonnen habe.” Sie wehrte den Satzball ab, drehte den Spieß um und verwandelte nach 81 Minuten den ersten Matchball. Ihrem Motto will sie auch gegen die Weltranglistendritte Victoria Azarenka treu bleiben: “Ich habe nichts zu verlieren.”

Philipp Kohlschreiber und Julia Görges konnten für ihre Drittrundenaufgaben Kräfte sparen. Der Spanier Pere Riba gab wegen einer Blase am Zeh nach einem 0:6, 0:4-Rückstand auf. Der Augsburger trifft nun am Freitag auf den Kolumbianer Alejandro Falla, der etwas überraschend den Weltranglistenachten Mardy Fish (USA) mit 7:6 (7:4), 6:3, 7:6 (8:6) aus dem Wettbewerb warf. De Griechin Eleni Daniilidou warf wegen Schmerzen durch einen verrenkten Wirbel beim Spielstand von 6:2, 2:0 für Görges das Handtuch. Deren nächste Gegnerin ist die Italienerin Romina Oprandi, die ihre Landsfrau Francesca Schiavone 6:4, 6:3 besiegte.

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