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Dreharbeiten im Urwald

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12.02.2012

Berlinale Dreharbeiten im Urwald

Isabelle Huppert und Regisseur Brillante Mendoza präsentieren Entführungsfilm auf Berlinale.

Berlin – Die Dreharbeiten zu dem Entführungsfilm “Captive” haben Isabelle Huppert nachhaltig beeindruckt. Nach einigen Tagen habe sie gesagt, dies sei die unglaublichste Erfahrung, die sie überhaupt in ihrem Leben als Schauspielerin gemacht habe, berichtete der französische Filmstar (“Die Klavierspielerin”, “8 Frauen”) am Sonntag bei der Vorstellung der Produktion auf der Berlinale. Regisseur Brillante Mendoza stelle sich schonungslos der Realität. Die 58-Jährige spielt in dem Film des philippinischen Filmemachers eine Geisel und war bereits mehrfach auf dem Festival zu Gast.

“Captive”, der im Wettbewerb läuft, lehnt sich an reale Ereignisse 2001 an. Mitglieder der muslimischen Abu-Sayyaf-Gruppe dringen in ein Hotel auf den Philippinen ein und entführen eine Reihe von Ausländern, darunter Touristen und christliche Missionare.

In einem Krankenhaus zwingen die Kidnapper später zudem mehrere örtliche Krankenschwestern mit auf den monatelangen Marsch durch den Urwald. Der Film wurde mit professionellen Schauspielern und Laiendarstellern an Originalschauplätzen gedreht.

Die Dreharbeiten seien natürlich “kein Zuckerschlecken” gewesen, berichtete Huppert. Sie hätten im Dschungel stattgefunden und auf einem Boot. “Wir hatten zwischendurch auch Angst, es würde geschossen”, sagte sie. Mendoza sei es gelungen, die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu verwischen. Jeden Tag sei die Situation anders gewesen, es habe immer Überraschungen gegeben. “Wir wussten nie genau, was gleich passieren würde.” So seien auch die Schauspieler vor Drehbeginn nicht miteinander bekannt gemacht worden. Sie seien hineingestoßen worden, so wie das auch in der Wirklichkeit der Fall gewesen sei.

Mendoza berichtete, dass Huppert ihn einmal gefragt habe, ob einige der Abu-Sayyaf-Mitglieder in dem Film echt seien. Der 1960 geborene philippinische Regisseur (“Lola”, “Kinatay”) wurde unter anderem beim Filmfestival in Cannes ausgezeichnet. Er habe überlebende Geiseln interviewt und auch mit Militärs und Mitgliedern der Abu Sayyaf gesprochen und somit die Darstellungen der verschiedenen Seiten gekannt, sagte Mendoza. Seit 2001 habe es einige Fälle dieser Art gegeben. Er finde es wichtig, zu thematisieren, dass in der Region ein Problem bestehe, dass angegangen werden müsse.

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