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Dortmund schüttelt die Konkurrenten ab

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04.03.2012

Zusammenfassung Dortmund schüttelt die Konkurrenten ab

2:1 gegen Mainz durch Tore von „Kuba“ und Kagawa – BVB auf Titelkurs: Achter Sieg in Folge.

Dortmund – Im überschäumenden Jubel der euphorisierten Fans drückte Jürgen Klopp seinen erfahrenen Mittelfeldstrategen mit dem hübschen Spitznamen „Kuba“ lange an sich und flüsterte ihm Komplimente ins Ohr. Dann nahm der Trainer den Kopf des Polen fest in beide Hände und küsste ihm auf die Stirn.

Noch mehr als diese herzhafte Männerzärtlichkeit zeigte die unglaubliche Begeisterung nach dem 2:1 (1:0) von Borussia Dortmund gegen den FSV Mainz 05, dass es sich nicht um einen simplen, sogar mühevollen Sieg handelte. Im Stadion mit den 80.720 Zuschauern herrschte eine Euphorie wie noch nie in dieser Saison.

Mit dem achten Sieg hintereinander war der deutsche Meister der Titelverteidigung ein großes Stück näher gerückt. „Das war ein gelungener Spieltag. Es war ein riesen Ansporn für uns, dass die Bayern in Leverkusen verloren hatten“, sagte Torwart Roman Weidenfeller, während Klopp noch erzählte, alles außer seiner eigenen Mannschaft würde ihn nicht interessieren.

Schon sieben Punkte Vorsprung beträgt der Abstand des BVB auf die Münchner. „Dortmund lässt sich das nicht mehr nehmen“, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel. „Das ist die stärkste deutsche Mannschaft“, erklärte FSV-Verteidiger Niko Bungert beeindruckt. Dortmund schüttelt die Konkurrenten ab und schickt sich an, die eigenen Rekorde zu brechen. Nach 18 Bundesligaspielen ohne Niederlage kann am Samstag beim FC Augsburg eine 1992 unter Ottmar Hitzfeld aufgestellte Bestmarke geknackt werden.

Auch Klopp reagierte natürlich etwas vergnügter als nach einem normalen Sieg. Dieser Spieltag war wie gemalt für die Fans der Schwarz-Gelben, weil auch Rivale Schalke in Freiburg verlor. Für die Zielsetzung, erneut in die Champions League einzuziehen, wurde der Vorsprung auf die Gelsenkirchener auf Platz vier schon auf elf Punkte ausgebaut. Am 18. Spieltag lagen Herbstmeister Bayern und Schalke noch gleichauf mit Dortmund an der Spitze. „Vorentscheidung! Was für ein Mist ist mir schon ins Ohr gesäuselt worden“, sagte Klopp. „Wir haben vorige Saison schon einmal 13 Punkte Vorsprung gehabt und sie nicht ins Ziel gebracht.“

Vor dem Spiel, als die Niederlage der Bayern registriert wurde, hatte er sich lustig darüber gemacht, dass die Münchner distanziert werden könnten. „Wir haben im Bus sofort den Schampus rausgeholt und drauf angestoßen. Wir haben gedacht: Der Spieltag ist rum. Schade, dass wir auch noch müssen.“ Auch am Sonntagmorgen, als Klopp zu Gast im „Doppelpass“ bei Sport1 war, wiegelte er ab: „Wir wissen, dass wir gut sind. Und wenn wir auf die Bayern treffen, wollen wir sie schlagen. Aber es geht hier nicht um eine Wachablösung. Wir wollen keinen Wettstreit daraus machen.“

Tatsächlich war die Partie am Abend zuvor gegen Mainz Schwerstarbeit, die seine Mannschaft leisten musste. 16 Minuten vor dem Ende entwickelte sich das Geschehen sogar zur Zitterpartie. Jakub Blaszczykowski, den Klopp hinterher so intensiv herzte, hatte das 1:0 erzielt (26.). Der Pole ist ein Beispiel dafür, dass die Westfalen anders als die streitenden Bayern an einem Strang ziehen.

Mario Götze, der Spiele alleine entschieden kann, fehlt noch immer. Stattdessen läuft sein Backup „Kuba“ zu seinen besten Leistungen in fünf BVB-Jahren auf. Kapitän Sebastian Kehl fehlte gegen Mainz wegen einer Gelbsperre und wurde durch Ilkay Gündogan ersetzt, der seinen überzeugendsten Auftritt seit seiner Verpflichtung im Sommer bot. Aber letztlich bildet das perfekt funktionierende Kollektiv die Grundlage für die Erfolge.

„Wir zaubern nicht immer, aber wir gewinnen unsere Spiele“, sagte Mats Hummels. Als in der 74. Minute das 1:1 fiel, natürlich erzielt von Mohamed Zidan, der bis Ende Januar für dreieinhalb Jahre ein Dortmunder war, bäumte sich das BVB-Team sofort energisch auf. Nach etlichen vergebenen Chancen traf Shinji Kagawa bereits drei Minuten später zum 2:1. Das Stadion erbebte mit dem Jubel wieder einmal in seinen Grundfesten. „Wer so spielt, wird 100 Prozent Meister“, sagte Zidan. Diesen weiteren Versuch, seine Mannschaft zum Topfavoriten zu küren, wehrte Klopp locker ab: „Wenn ich alles für bare Münze nehmen würde, was Mo früher zu mir gesagt hat …“

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