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DocMorris-Verkauf Ende einer schwierigen Beziehung

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27.03.2012

Celesio DocMorris-Verkauf Ende einer schwierigen Beziehung

Celesio setzt auf inhabergeführte Apotheken als Kunden.

Stuttgart – Mit dem Verkauf der Internetapotheke DocMorris und dem Aufbau eines europäischen Apothekennetzwerkes will sich der Pharmagroßhändler Celesio aus der Krise retten. „Wir wollen und werden für unser Unternehmen die Wende zu einer wieder positiven Ergebnisentwicklung schaffen“, kündigte der Vorstandsvorsitzende Markus Pinger am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. 2011 ging der Umsatz um 1,1 Prozent auf 23 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Jahresergebnis lag bei 204,5 Millionen Euro nach 309 Millionen im Vorjahr.

2012 räumt Celesio deswegen auf. Pinger sprach von einem „Übergangsjahr“. Neben dem Verkaufsprozess für DocMorris ist bereits der für den Personal- und Marketingdienstleister Pharmexx sowie den Logistikdienstleister Movianto eingeleitet worden.

Für den Kauf von DocMorris im Jahr 2007 hatte der MDAX-Konzern teuer bezahlt. In Deutschland habe das Unternehmen 30 Prozent der Kunden verloren und 2,5 Prozentpunkte bei den Marktanteilen eingebüßt, sagte Pinger. Inzwischen habe sich der Marktanteil wieder bei 16 Prozent eingependelt. Grund für den Rückgang war vor allem ein Zielkonflikt mit der eigentlichen Stammkundschaft des Konzerns – den Apothekern. Für die ist DocMorris, das von den Niederlanden aus mit deutlichen Rezeptboni punkten kann, ein gefährlicher Konkurrent.

„Deshalb haben wir uns entschlossen, diesen Konflikt klar und geradlinig zu lösen“, sagte Pinger. Neben dem Geschäft der Versandhandelsapotheke könnte auch der Name verkauft werden, sagte der Celsio-Chef. „Wir sind grundsätzlich bereit, die Rechte an der Marke mit zu verkaufen“, sagte er. In Deutschland betrug der Umsatz mit DocMorris 2011 knapp 330 Millionen Euro. Einen möglichen Verkaufspreis wollte Pinger nicht nennen.

Was das für die etwa 160 Franchiseapotheken mit dem grünen DocMorris-Kreuz bedeutet, konnte Pinger noch nicht sagen. Er betonte aber: „Wir werden in jedem Fall die Rechte der Markenpartner wahren.“ Ihnen soll auch das Angebot gemacht werden, Teil eines europäischen Apothekennetzwerkes zu werden.

Dieses ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Zukunftsplanungen. Pinger bezeichnete das Vorhaben als „Brücke in die Zukunft“ für den einzelnen Apotheker. Denn es könne die Größenvorteile bieten, die eine inhabergeführte Apotheke alleine nicht hätte. Europaweit arbeitet Celesio bereits mit 7.000 Partnerapotheken zusammen. Pinger hält es für möglich, das Netzwerk in den nächsten fünf Jahren auf über 10.000 Apotheken auszubauen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sollen mit dazu beitragen, ab 2014 wieder zu wachsen. Pinger rechnet ab dann mit einem „Anstieg der Ergebniskurve“.

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