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Djokovic befreit sich aus der Problemzone

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25.01.2012

Viertelfinale Djokovic befreit sich aus der Problemzone

Wiederholung des Vorjahresfinales gegen Murray – Ferrer verlangt dem Titelverteidiger alles ab.

Melbourne – Ivan Lendls forsche Vorhersage, auch noch den Finalsonntag in Melbourne zu verbringen, steht an diesem Freitag auf dem ultimativen Prüfstand. Titelverteidiger Novak Djokovic trifft bei den Australian Open in der Neuauflage des Endspiels 2011 im Halbfinale auf Lendl-Schützling Andy Murray. Der Weltranglistenerste setzte sich in einem wahren Kraftakt gegen den nur vier Plätze hinter ihm notierten Spanier David Ferrer 6:4, 7:6 (7:4), 6:1 durch. Murray hatte beim 6:3, 6:3, 6:1 gegen den Japaner Kei Nishikori ungleich weniger Mühe.

Am Donnerstag (9.30 Uhr deutscher Zeit) kämpfen die langjährigen Rivalen Rafael Nadal und Roger Federer um den Einzug ins Endspiel. Das Vorschlussrundenduell des Spaniers und des Schweizers am Nationalfeiertag Australia Day ist die Revanche des Finales 2009, das Nadal in fünf spannenden Sätzen gewann. “Ich werde das Match auf meiner Couch genießen”, sagte Djokovic.

Der Titelverteidiger wird Erholung gebrauchen. Er wirkte zwischenzeitlich wie ein angeschlagener Boxer, der nach heftigen Treffern um Luft rang. Der 2011 fast unschlagbare Serbe wurde von Ferrer in den ersten beiden Sätzen immer wieder dazu gezwungen, ans Limit zu gehen. Nach einem langen Schlagabtausch Ende des ersten Satzes nutzte Djokovic seinen Schläger als Stütze. Er regenerierte und sicherte sich den ersten Durchgang mit 6:4 nach 58 Minuten. “Da dachte ich, das wird eine lange Nacht”, gab Djokovic zu.

Auch ein schnelles Break zum 1:0 im zweiten Durchgang brachte den Topfavoriten nicht aus der Problemzone. Im Gegenteil, nach einem Spreizschritt griff er sich an den linken Oberschenkel, Ferrer glich zum 3:3 aus. Zu seinem Glück verletzte sich der Serbe nicht. Noch einmal gaben beide Spieler ihr Service ab, sodass der Tiebreak fällig wurde. Der Branchenprimus zwang in dieser Phase Ferrer seinen Willen auf und sicherte sich nach 76 Minuten Satz zwei. “Das war mein Glück, danach hatte ich einen großen mentalen Vorteil, der Schwung lag bei mir. Ich spielte dann aggressiver, das hat sich ausgezahlt”, sagte Djokovic. Dann ging alles schnell. Nach einer weiteren halben Stunde verwandelte er mit einem Ass seinen ersten Matchball.

“Wenn ich nicht damit rechnen würde, bis am Sonntag hier zu sein, dann wäre ich falsch am Platz”, sagte Lendl im Fernsehsender ESPN. Der achtmalige Grand-Slam-Sieger hatte zu Jahresbeginn die Arbeit als Murrays Coach aufgenommen, seither gewann der Brite alle zehn offiziellen Matches: Fünf bei seinem Turniersieg in Brisbane, fünf in Melbourne. Gegen Djokovic, der ihn vor einem Jahr derart dominiert hatte, dass er erstmals an Lendl als Helfer dachte, ist die Siegesserie aber arg in Gefahr.

Nishikori, der erste Japaner, der es bei den Australian Open ins Viertelfinale schaffte, war für Murray nicht viel mehr als ein Trainingspartner. “Wir hatten einige gute Ballwechsel”, sagte Murray und mochte dabei vor allem an das zweite Spiel gedacht haben: 42-mal flog die Kugel hin und her. Der Brite, der zum fünften Mal hintereinander das Halbfinale bei Grand-Slam-Turnieren erreichte, bewertete seine Vorstellung als “solide” und sah nur bei seinem Aufschlag Verbesserungsbedarf. “Zum Schluss hatte ich einfach mehr im Tank”, stellte der Weltranglistenvierte nüchtern fest.

Im Turnier der Frauen haben Petra Kvitova und Maria Scharapowa das Halbfinale erreicht. Die Weltranglistenzweite aus Tschechien und die zwei Plätze dahinter geführte Russin treffen in der Nacht auf Freitag deutscher Zeit in der Wiederholung des von Kvitova gewonnenen Wimbledon-Endspiels 2011 aufeinander. Im ersten Halbfinale (3.30 Uhr) streiten Titelverteidigerin Kim Clijsters aus Belgien und die Weltranglistendritte Victoria Azarenka aus Weißrussland um einen Platz im Endspiel.

Kvitova hatte bei ihrem 6:4, 6:4-Sieg im Viertelfinale gegen die Italienerin Sara Errani mehr Mühe, als es das Ergebnis ausdrückt. Der Favoriten unterliefen 44 leichte Fehler. Scharapowa überzeugte beim 6:2, 6:3 gegen ihre russische Landsfrau Ekaterina Makarowa.

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