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Braunkohletagebau

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21.04.2015

“Handelsblatt” DIW stützt Gabriels Pläne für Kohle-Abgabe

Gabriels Vorschlag gehe in die richtige Richtung.

Berlin – Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, sieht in der von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplanten Sonderabgabe auf alte Kohlekraftwerke eine Möglichkeit, den zunehmenden Wertverlust von Strom aus erneuerbaren Energien zu stoppen.

„Der Wertverfall der erneuerbaren Energien wird vor allem auch dadurch ausgelöst, dass noch immer zu viel konventioneller Kohlestrom produziert wird und es dadurch zu massiven Überschüssen kommt“, sagte Kemfert dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe). Gabriels Vorschlag für eine Klimaabgabe beim Überschreiten eines CO2-Freibetrags für über 20 Jahre alte fossile Kraftwerke gehe daher in die richtige Richtung.

Besser wäre aus Kemferts Sicht jedoch, alte Kohlekraftwerke abzuschalten. „Heute gibt es einen großen Stromangebotsüberschuss, ausgelöst vor allem durch den Einsatz von alten ineffizienten Kohlekraftwerken“, erläuterte die Ökonomin. Diese führe zu einem Absenken der Strompreise an der Börse. „Aus diesem Grund kann eine doppelte Dividende erreicht werden, wenn alte ineffiziente Kohlekraftwerke aus dem Markt gehen würden“, ist Kemfert überzeugt. „Der Stromangebotsüberschuss würde sinken, der Strompreis an der Börse wieder steigen und die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke verbessern.“

Zudem würde sich aus Kemferts Sicht die Klimabilanz verbessern. Kohlekraftwerke seien aufgrund ihrer Inflexibilität „eher ungeeignet“ für eine Kombination mit erneuerbaren Energien, Gaskraftwerke dagegen deutlich besser geeignet. „Durch einen höheren Strombörsenpreis und einen höheren CO2-Preis würde sich die Wirtschaftlichkeit der flexiblen Kraftwerke verbessern. Zudem würde die EEG-Umlage sinken.“

Das Argument der Kritiker von Gabriels Klimaabgabe, dass die Klimaziele durch den europäischen Emissionshandel erreicht werden könnten, teilt Kemfert nicht. „Der Emissionshandel funktioniert leider nicht, da der CO2-Preis zu niedrig ist“, sagte sie.

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