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Diren-Prozess

© Bodo Marks über dpa

22.01.2015

Diren-Prozess Anwalt des Todesschützen will neues Verfahren  

Eine massive Berichterstattung der Medien habe die Geschworenen beeinflusst.

Missoula – Neue Wendung im Prozess gegen den Todesschützen des Hamburger Austauschschülers Diren im US-Staat Montana. Einen Monat nach dem Schuldspruch verlangen die Anwälte des Verurteilten einen neuen Prozess.

Sie betonten erneut, ihr Mandant habe keine echte Chance auf einen fairen Prozess gehabt. Eine massive Berichterstattung der Medien habe die Geschworenen beeinflusst. Ähnliche Vorwürfe hatten die Anwälte allerdings bereits vor dem Prozess erhoben und deshalb eine Verlegung in eine andere Stadt verlangt – was der Richter ablehnte.

Der 30-jährige Angeklagte Markus K. war kurz vor Weihnachten wegen vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen worden. Er habe Diren im April erschossen, als dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Das Strafmaß soll am 11. Februar verkündet werden. Die Mindeststrafe beträgt zehn, die Höchststrafe 100 Jahre.

Die zwölf Geschworenen waren der Staatsanwaltschaft gefolgt, die Markus K. vorwarf, Diren in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet zu haben. Dagegen hatte die Verteidigung auf Notwehr plädiert. K. habe nach zwei vorherigen Einbrüchen Angst gehabt. Der Fall machte in Deutschland Schlagzeilen, in den USA fand er landesweit kaum Beachtung.

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