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03.03.2014

DIHK und Arbeitgeber Miserable Umsetzung des „Turboabiturs“

„Die Lehrpläne sind vollgestopft.“

Berlin – In der Wirtschaft wächst der Unmut über die Verkürzung des Gymnasiums auf acht Jahre, die sie vor Jahren selbst massiv gefordert hatte: „Die Umstellung ist vielfach miserabel gelaufen, die Lehrpläne sind vollgestopft. Für viele Jugendliche sind die daraus resultierenden zeitlichen Anforderungen oft eine Zumutung“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe).

„Angesichts der schlechten Erfahrungen ist es kein Wunder, dass Forderungen nach einer Rückabwicklung kommen“, so Schweitzer. Er habe „größtes Verständnis für Unsicherheit und Verärgerung bei Eltern und Schülern“. Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer teilt den Ärger der Eltern über die „mangelhafte Umsetzung“.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat daher seine grundsätzliche Haltung pro G8 bereits ad acta gelegt, denn an der Basis wächst der Widerstand. So fordert Niedersachsen-Metall Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. „Das wollen drei Viertel unserer Betriebe“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. „Die Personalleiter beklagen reihenweise, dass Allgemeinbildung, Qualifikation, Sozialverhalten, Persönlichkeitsentwicklung und Kreativität unter G8 erkennbar gelitten haben.“

Zugleich warnt die Wirtschaft aber vor einer Totalumkehr zum neunjährigen Gymnasium. „Die Länder dürfen nicht der Versuchung erliegen, das Rad zurückzudrehen. G8 ist internationaler Standard, bei richtiger Umsetzung ist es der beste Weg“, warnt Arbeitgeberpräsident Kramer. Für die Rettung des „Turboabiturs“ fordert die Wirtschaft daher vehement weniger Lernstoff und mehr Ganztagsschulen.

Auch DIHK-Chef Schweitzer warnt vor der „scheinbar einfachen Lösung“. Die schlichte Rückkehr zum G9 sei „nicht der richtige Weg, denn vorher war auch nicht alles rosig“. Und in Bundesländern wie Thüringen und Sachsen, die bei Pisa hervorragend abschneiden, „machen Schüler ohne Probleme seit Jahr und Tag nach 12 Jahren Abitur“. „Die Länder müssen also ihre Versäumnisse schonungslos analysieren und erst dann Schlussfolgerungen ziehen“, fordert Schweitzer.

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