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Die zweite Rückkehr des russischen Altmeisters

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23.01.2012

Pluschenko Die zweite Rückkehr des russischen Altmeisters

Jewgeni Pluschenko steht nach zwei Jahren Sperre und Pause bei der EM wieder auf der großen Bühne.

Sheffield – Jahrelang dominierte er die Eiskunstlauf-Szene bei den Männern, zuletzt aber war es ruhig um ihn geworden. Bei den Europameisterschaften diese Woche im britischen Sheffield kehrt Jewgeni Pluschenko zurück auf die Wettkampf-Bühne. Dabei ist der russische Olympiasieger von 2006 durchaus auch auf Rückschläge eingestellt. “Ich weiß, ich stehe den Jüngeren in einigen Dingen nach. Ich bin auch auf Niederlagen vorbereitet, weil ich wegen meines Knies nicht in Spitzenform bin”, sagte der 29-Jährige.

Das neuerliche Comeback von Pluschenko ist nicht unumstritten, denn manche fordern, dass er der jüngeren Generation nicht ewig die Schau stehlen solle. Der Olympia-Zweite von Vancouver wurde schon als “Dinosaurier” des Eiskunstlaufs bezeichnet. Zwar sind seine Sprünge noch immer Weltklasse, aber zwischen den Elementen wirkt er weniger spritzig und abwechslungsreich als jüngere Konkurrenten.

In Sheffield muss der große Pluschenko gar erst einmal die Qualifikation überstehen, ein ungewohntes Terrain für den erfolgsverwöhnten Russen. Weil er seit seiner Olympia-Medaille 2010 keine internationalen Wettkämpfe mehr bestritten hat, fehlt ihm die nötige Weltranglistenposition. Für Russland sind daher der WM-Dritte Artur Gaschinski und Sergej Woronow direkt für das Kurzprogramm am Donnerstag qualifiziert.

Schon nach seinem Olympiasieg von 2006 hatte er sich vom Wettkampfsport zurückgezogen und verdiente bei mehr als 100 Schaulaufen pro Jahr das große Geld. Drei Jahre lang kündigte er immer wieder eine Rückkehr an. Erst im Herbst 2009 setzte er das Vorhaben in die Tat um. Nach der Silbermedaille in Vancouver zog er sich allerdings wieder zurück, auch wegen seines schon jahrelang lädierten Knies. Von der WM 2010 hatte er sich aus medizinischen Gründen abgemeldet, startete aber gleichzeitig bei Shows. Dies nahm ihm der Weltverband ISU übel und sperrte ihn zunächst lebenslang.

Im Sommer 2011 wurde die Sperre wieder aufgehoben, weil sich die Kräfte um den ISU-Präsidenten Ottavio Cinquanta durchsetzten, die einen solchen Star lieber in ihren Reihen sehen, als einen Kritiker zu züchten. Aber Pluschenko musste sich im Sommer und Herbst erneut operieren lassen. Auch nach der EM, so kündigte er an, muss er sich am Meniskus behandeln lassen. Probleme offenbarte der Blondschopf auch im Training in Sheffield. Nur einmal probierte er den vierfachen Toeloop und hielt sich danach vor Schmerzen das Knie.

Bei den russischen Meisterschaften gewann Pluschenko klar, aber der Start in Sheffield stand trotzdem auf der Kippe. Er konnte die eigentlich geforderte Mindestpunktzahl aus internationalen Wettbewerben nicht vorweisen. Nach der strengen Sperre von 2010 war die ISU diesmal großzügig und erlaubte dem Altmeister per Ausnahmegenehmigung den Start. Nun muss der sechsmalige Europameister zeigen, dass er noch zur Weltspitze zu zählen ist.

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