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Die nächste Generation wartet schon

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03.02.2012

AC Maldini Die nächste Generation wartet schon

Cesare Maldini wird am Sonntag 80 Jahre alt – die Kinder von Sohn Paolo spielen auch schon bei Milan.

Mailand – Würde ein Klub nach Dynastien benannt, müsste man den AC Mailand längst in AC Maldini umtaufen. Familiengründer Cesare wird am Sonntag 80 Jahre alt. Den Großteil seines Lebens verbrachte er bei den Mailänder Rot-Schwarzen, den Rossoneri, als Spieler, Trainer und Chefscout.

Durch einen Sieg über Benfica Lissabon mit dem damaligen Weltstar Eusebio im ehrwürdigen Wembleystadion errang der AC 1963 mit Kapitän “Cesarone” als erstes italienisches Team den Europapokal der Landesmeister. Fast auf den Tag genau 40 Jahre später holte Sohn Paolo, ebenfalls als Milan-Capitano, die Champions League. Und die Enkelkinder der 15-jährige Christian und Daniel, zehn Jahre alt, kicken auch schon in den Jugendmannschaften des italienischen Meisters.

Gebürtig aus Triest, wechselte Cesare Maldini im deutschen Weltmeister-Jahr 1954 zu Milan, er war 22 Jahre alt. Das Kreuz durchgedrückt, der Kopf oben – seinen damals für den Fußball extravaganten Habitus tadelte Italien zunächst als narzisstisch. Mittlerweile gilt er als einer jener Pioniere, der das Image des Verteidigers vom groben Rabauken zum noblen Abwehrspieler veredelte.

In zwölf aktiven Jahren bei den Mailändern mit 412 Spielen gewann der Vorstopper und Libero unter anderem vier Meisterschaften. Während seiner beiden eher kurzen Engagements auf der Milan-Bank wurde er 1973 Pokalsieger und gewann auch den Europapokal der Pokalsieger. Doch erst knapp 30 Jahre später machte er sich bei den Tifosi endgültig unsterblich – durch ein historisches 6:0 im Derby gegen Inter. 2001 war das, bis heute die höchste Heimpleite des verhassten Stadtrivalen.

In der Rolle des Nationaltrainers verdiente sich Cesare Maldini weitere Meriten: Italien schlug Deutschland im WM-Finale 1982 unter Enzo Bearzot – und Co-Trainer Maldini. Er förderte die Nachwuchsarbeit und führte die U21 der Azzurri zu drei EM-Titeln in Serie. Die Auswahl Paraguays schließlich führte er ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, wo die Südamerikaner unglücklich gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland ausschieden. Maldini war mit 70 Jahren ältester WM-Coach, bis Otto Rehhagel bei der Endrunde 2010 in Südafrika diesen Rekord um ein Jahr überbot.

Zuletzt arbeitete Cesare als Milans Chefscout, seine formidabelste Entdeckung präsentierte er dem Klub allerdings bereits 1978: Da fuhr er seinen zehnjährigen Filius Paolo zu einer Sichtungspartie der AC-Junioren. “Der spielt nur, weil er ein Maldini ist”, hieß es anfangs. Und auch bei der WM 1998 mit Nationalcoach Cesare war der Name kein Segen. “Die Medien reduzierten die Azzurri auf eine Familienangelegenheit, meine Mutter wurde mit hineingezogen und ist um zehn Jahre gealtert. Eine unangenehme Zeit”, erinnert sich Paolo, der seine Karriere 2009 mit 902 Einsätzen als Milans Rekordspieler beendete.

Seine Rückennummer wird seither nicht mehr vergeben. “Die Drei gehört den Maldinis”, sagt Milans Geschäftsführer Adriano Galliani. Cesares ältester Enkel wäre bald soweit, die magische Nummer von seinem Vater Paolo zu übernehmen. Die Dynastie lebt fort.

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