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Die Marilyn Monroe der Weinwelt

© dapd

25.02.2012

Spätburgunder Die Marilyn Monroe der Weinwelt

1. Internationales Spätburgunder-Symposium an der Ahr Großer Pinot Noir Award vergeben.

Bad Neuenahr – Der Spätburgunder sei ja eigentlich „wie ein kleines Top-Model“, sagt die Deutsche Weinkönigin Annika Strebel – allerdings keines, „das dürr über die Laufstege schreitet.“ Der Spätburgunder sei „mehr wie eine Marilyn Monroe, die Kurven hat, Höhen und Tiefen, und die einen herausfordert“, befand die Weinmajestät. Davon konnten sich am Samstag im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr rund 350 Weinexperten überzeugen: Beim 1. Internationalen Spätburgunder-Symposium wurden mehr als 160 Top-Spätburgunder aus Deutschland und sieben weiteren Anbaugebieten weltweit vorgestellt.

Zudem wurde der Große Pinot Noir Award vergeben: Sieger einer Blindverkostung von 34 Spätburgundern wurde ein 2007er Pinot Noir Graacher Himmelreich des Mosel-Winzers Markus Molitor aus Bernkastel. „Spätburgunder ist im Trend, es gibt einen weltweiten Hype auf die Rebsorte“, sagte der Initiator des Symposiums, Alexander Kohnen vom International Wine Institute, am Samstag der Nachrichtenagentur dapd. Deutschland spiele da „ganz oben mit.“ Die deutschen Rotweine hätten in den vergangenen zehn Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht.

Mit dem Symposium solle deshalb nun die Bandbreite und die Qualität der deutschen Rotweine deutlich gemacht werden. „Eine größere Leistungsschau von Spätburgunder hat es in Europa noch nicht gegeben“, betonte Kohnen. „Hier treffen sich die besten Rotweinwinzer Deutschlands, hier trifft sich die deutsche Spätburgunder-Elite.“

In Deutschland wächst auf auf etwa 36 Prozent der insgesamt 102.000 Hektar Rebfläche Rotwein. Davon ist der Spätburgunder mit mehr als 11.000 Hektar mit Abstand die meist angebaute Rotweinsorte. Deutschland ist damit nach Frankreich und den USA der drittgrößte Spätburgunder-Produzent weltweit.

„Wir haben für den Spätburgunder das richtige Klima“, erläutert der Leiter der Abteilung Weinbau und Oenologie im Dienstleistungszentrum Neustadt, Ulrich Fischer. Der Spätburgunder möge das kühlere Klima und spiegele zudem die Bodenunterschiede von badischem Vulkanboden bis hin zum Schiefer an Mosel und Ahr am besten wieder. Das Ergebnis seien hoch komplexe, ausdrucksstarke Spätburgunder, die sich mit der Weltspitze durchaus messen könnten.

„Der Spätburgunder ist aber auch eine Diva“, die es dem Winzer nicht immer leicht mache, sagte Fischer. Es gebe zwar schon tolle Spitzenproduzenten, „wir bräuchten aber mehr gute Spätburgunder in der Kategorie zwischen 10 und 20 Euro, die man im Ausland gut vermarkten kann“, fügte er hinzu.

Das bestätigte John Stimpfig, Weinexperte der „Financial Times“ in England: Bei Weinkennern habe der deutsche Spätburgunder bereits einen sehr guten Ruf, allerdings seien sie in England kaum zu kaufen. „Deutscher Rotwein ist noch eher ein ‚Minderheitensport'“, sagte Stimpfig. Er selbst habe an diesem Wochenende erstmals deutsche Spätburgunder der Spitzenklasse probiert, sagte der Weinexperte: „Das war eine Offenbarung.“

Dabei hatten deutsche Spätburgunder bereits im Oktober 2011 bei einer internationalen Verkostung in London abgeräumt: Unter 300 Spätburgundern kamen sieben der zehn besten aus Deutschland.

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