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Die Linke sucht den Gegen-Gauck

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24.02.2012

Wulff-Nachfolge Die Linke sucht den Gegen-Gauck

Partei will eigenen Präsidentschaftskandidaten aufstellen.

Berlin – Die Linke ist auf der Suche nach einem Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl am 18. März. Über die Personalie soll am Montag entscheiden werden. Vorher will die Parteispitze mit den beiden Frauen und dem Mann, die in der engeren Wahl sind, weitere Gespräche führen. Die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch erklärte, dass der von Union, FDP, SPD und Grünen nominierte Joachim Gauck für sie unwählbar sei, ein anderer Kandidat jedoch auf Stimmen der Linken hätte zählen können.

Die Wahlleute ihrer Partei hätten möglicherweise für den früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) stimmen können, sagte Lötzsch in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Natürlich wäre Klaus Töpfer für uns wählbar gewesen“, sagte sie. Der Politiker war vor der Festlegung auf Gauck als möglicher gemeinsamer Kandidat der Koalition der SPD und Grünen im Gespräch gewesen.

Spitzenpolitiker der Linken aus Bund und Ländern hatten am Donnerstagabend beschlossen, am Montag einen eigenen Kandidaten aufzustellen. In der engeren Wahl sind die als „Nazi-Jägerin“ bekannte Beate Klarsfeld, die Linke-Abgeordnete Lukrezia Jochimsen und der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge. Dieser sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Ich würde mich über die Kandidatur freuen, da sie die Möglichkeit bietet, auf die soziale Spaltung in Deutschland hinzuweisen.“ Die Reichen würden immer reicher und die Armen zahlreicher, kritisierte er.

Der „Mittelbayerischen Zeitung“ sagte Butterwegge, er wolle nicht gegen Gauck, „sondern mit einem eigenem Profil kandidieren“. „Es täte dem Land gut, wenn es sich stärker mit dem Problem der sozialen Spaltung beschäftigen müsste“, sagte der Politologe, dessen Frau für die Linke im nordrhein-westfälischen Landtag sitzt.

Ursprünglich war bereits am Donnerstag eine Festlegung der Linken-Spitze erwartet worden. Stattdessen wurde eine weitere Sitzung von Spitzenvertretern der Partei für Montag anberaumt. Lötzsch sagte nach der fast vierstündigen Sitzung am Donnerstagabend, am Wochenende würden mit Butterwegge und Klarsfeld persönliche Gespräche geführt, nachdem bisher nur telefonische Kontakte möglich gewesen seien. „Zu unserer großen Freude sind wir in der sehr komfortablen Situation, dass wir drei hervorragende Menschen haben, die sich zur Verfügung gestellt haben“, sagte sie.

Lötzsch verwies darauf, dass es in Teilen der SPD und der Grünen Bedenken gegen Gauck gebe. Mit den entsprechenden Politikern wolle die Linke das Gespräch suchen, um sie möglicherweise für ihren Kandidaten zu gewinnen.

Die Abgeordnete Jochimsen war schon bei der letzten Bundespräsidentenwahl im Jahr 2010 für die Linke angetreten, hatte ihre chancenlose Kandidatur allerdings im dritten und letzten Wahlgang zurückgezogen. Auch bei der nächsten Bundespräsidentenwahl am 18. März gilt ein Kandidat der Linken als aussichtslos, da die Partei nur etwa zehn Prozent der Wahlleute stellt.

An den entscheidenden Gesprächen am Montag sollen der Parteivorstand, Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi, die Vorsitzende der Fraktionsvorsitzendenkonferenz, Dora Heyenn aus Bremen, und der Linke-Spitzenkandidat im Saarland, der frühere Parteichef Oskar Lafontaine, teilnehmen.

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