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Die letzte Medaille für Papas Tresor

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06.03.2012

Magdalena Neuner Die letzte Medaille für Papas Tresor

Einzellauf am Mittwoch: „Das ist der letzte Titel, der mir noch fehlt“.

Ruhpolding – Die wichtigsten Goldmedaillen liegen sicher im Tresor, bei ihrem Papa in der Bank im heimatlichen Wallgau. Aber eine fehlt Magdalena Neuner noch. Die im 15-km-Einzellauf hat die Rekord-Weltmeisterin noch nie gewonnen. Am Mittwoch soll sich das in Ruhpolding ändern, die vierte Medaille im vierten Rennen der Abschieds-WM ist fällig. Natürlich „Neuner-like“ am liebsten in Gold.

„Ich habe den Traum, im Einzel Gold zu gewinnen. Das ist der letzte Titel, der mir noch fehlt“, sagt Neuner. Bisher war die Verwirklichung dieses letzten Zieles ihrer großen Karriere immer an ihren Problemen am Schießstand gescheitert, denn beim Einzellauf gibt es eine Strafminute pro Fehlschuss. Aber jetzt fühlt sie sich bereit für den insgesamt zwölften WM-Titel der einmaligen Karriere: „Ich habe das Potenzial am Schießstand, das Ding zu gewinnen. Das Gesamtpaket passt einfach. Ich scheine am Höhepunkt zu sein.“

Deshalb wurde „Gold-Lena“ bei den Heimtitelkämpfen auch für die 15 km aufgestellt, erst das zweite Mal bei einer WM nach 2011. Zweifel bleiben bei Cheftrainer Uwe Müssiggang trotzdem: „Das wird eine schwere Aufgabe für Lena.“ Sicher die schwerste auf dem Weg zu ihrem ambitionierten Ziel, in Ruhpolding ins sechs Rennen sechsmal aufs Podest zu stürmen.

Einen kompletten Medaillensatz hat sie schon bei Halbzeit für Papas Tresor gesammelt. Bei diesen letzten Titelkämpfen in Neuners Karriere scheint für die 25-Jährige schier alles möglich zu sein. „So eine Stimmung habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt“, erzählte sie im „Blickpunkt Sport“: „Der Druck ist schon da, aber ich sehe ihn positiv. Mir kann doch nichts Besseres passieren, als dass mir die Leute Beine machen und ich über den Schnee fliegen kann.“

Beim Joggen mit ihrer Zimmerkollegin Miriam Gössner am freien Montag wurde auch mal über den in zwei Wochen anstehenden Abschied vom Biathlon-Zirkus geredet. Aber Magdalena Neuner lässt das nicht an sich ran, sie ist in diesen Tagen von Ruhpolding „100 Prozent Sportler“. Trotzdem denkt sie schon jetzt manchmal an die Höhen und Tiefen ihrer Laufbahn zurück: „Die meisten kennen nur die lachende Magdalena. Aber es gab auch viele Stunden, in denen Tränen geflossen sind.“

2008/2009 hatte sie sich zum Beispiel im „Dschungel“ ihres Lebens im Mittelpunkt der Medien verirrt, in dieser Zeit fiel wohl auch die Vorentscheidung, ihre Karriere so früh zu beenden. Sie freut sich schon jetzt „wahnsinnig auf das, was kommt“. Irgendwann will sie Trainerin für ganz junge Sportler werden, aber zuvor braucht sie Abstand und will „mein eigenes Leben leben.“ Wie genau, „geht keinen was an.“ Und wenn sie Sehnsucht nach alten Zeiten hat, kann sie ja immer die Medaillen aus Papas Tresor holen.

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