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Die Auferstehung der „Alten Dame

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24.02.2012

Italien Die Auferstehung der „Alten Dame“

Juventus Turin trifft im Spitzenspiel der Serie A auf Meister AC Mailand.

Hamburg – Quizfrage: Was haben der FC Lusitans aus Andorra, CS Grevenmacher aus Luxemburg, Libertas Borgo Maggiore aus San Marino und Juventus Turin gemeinsam? Antwort: Sie gehören zu den wenigen Mannschaften in den höchsten Ligen Europas, die in dieser Saison noch ungeschlagen sind. Besonders von Rekordmeister Juve war diese unglaubliche Serie nach den zuletzt blamablen Spielzeiten nicht zu erwarten. Die „alte Dame“ lebt wieder, weist die Favoritenrolle vor dem Spitzenspiel beim amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer AC Mailand aber von sich.

„Milan ist Favorit. Sie sind der Meister und gehören zu den besten acht Teams in Europa“, preist Manager Giuseppe Marotta den Meisterschafts-Konkurrenten. Dabei gewann Juventus nicht nur das Liga-Hinspiel im Oktober 2011 (2:0), sondern auch schon das erste Halbfinal-Spiel im Pokal (2:1) Anfang Februar – und das sogar im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion.

Ein Sieg am Samstag, und Turin würde aus einem Punkt Rückstand zwei Punkte Vorsprung machen – mit einer absolvierten Partie weniger. Die Wandlung zurück zu einem Spitzenteam hat Juve vorigen Sommer bewusst herbeigeführt: Der Kader wurde fast komplett ausgetauscht. Für fast 90 Millionen Euro kamen Stars wie Andrea Pirlo, Alessandro Matri, Mirko Vucinic und Arturo Vidal. Mit Antonio Conte übernahm zudem ein neuer Trainer das Zepter von Luigi Delneri, der den Klub nur auf den siebten Platz führte und damit ein Europa-freies Jahr bescherte.

Seit dem Zwangsabstieg wegen des Manipulationsskandals im Jahr 2006 und dem Wiederaufstieg ein Jahr später, hat Juve nun erstmals wieder echte Chancen, die Mailänder Übermacht zu durchbrechen. Fünfmal Inter und zuletzt Milan, so hießen die Gewinner des „Scudetto“ in den vergangenen sechs Jahren. Diese Saison geht es nur noch um die Beantwortung der Frage: 28. Titel für Juve, oder 19. Titel für Milan?

Auch die „Rossoneri“ machten einen Schnitt – allerdings ein Jahr zuvor, als man nach dem Ende der erfolgreichen Ära Carlo Ancelotti 2009 und einem erfolglosen Jahr unter dem Brasilianer Leonardo im Sommer 2010 den Senkrechtstarter unter den italienischen Trainern installierte. Massimiliano Allegri, der zuvor zweimal Italiens Trainer des Jahres wurde, weil er bei seinem ersten Serie-A-Klub Cagliari Calcio gleich zweimal überraschend im sicheren Mittelfeld landete, erwies sich als Glücksgriff für den Berlusconi-Klub.

Nach der ungefährdeten Meisterschaft ist Milan erneut im Titelrennen und begeistert mit der besten Offensive der Serie A nicht nur national: In der Champions League bekam zuletzt der FC Arsenal die Milan-Power zu spüren. 4:0 hieß es am Ende einer Partie, in der das magische Dreieck „Boatinhovic“ mit dem Berliner Kevin-Prince Boateng, dem Brasilianer Robinho und dem Schweden Zlatan Ibrahimovic brillierte und die Londoner säuberlich zerlegte.

Doch vom Erfolgstrio wird am Samstag nur Robinho auflaufen: Boateng ist verletzt und Bad Boy Ibrahimovic muss nach seinem Platzverweis im Spiel gegen den SSC Neapel – dem achten in seiner Karriere – ausgerechnet gegen einen seiner zahlreichen Ex-Klubs aussetzen. Doch auch ohne die beiden Exzentriker wird es in dem 208. Duell Milans gegen Juve hoch hergehen.

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