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DHB-Kapitän Hens geht von Bord

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30.01.2012

Rücktritt DHB-Kapitän Hens geht von Bord

Nationalmannschafts-Rücktritt nach 199 Länderspielen.

Hamburg – So hatte er sich seinen Abgang nicht vorgestellt. Noch einmal wollte Pascal Hens im kommenden Sommer olympisches Flair schnuppern. Wie schon 2004 in Athen und 2008 in Peking. Nun gut, vielleicht nicht ganz so. Beide Turniere gingen für den Handball-Nationalspieler aufgrund von Verletzungen vorzeitig zu Ende. Es war also noch eine Rechnung offen. Hens kann sie in London nicht begleichen. Platz sieben bei der am Sonntag zu Ende gegangenen EM in Serbien reichte nicht für die Olympia-Qualifikation. Am Montag erklärte Hens seinen Rücktritt aus der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

“Mit dem Verpassen der Olympischen Spiele hat sich für mich das Thema Nationalmannschaft erledigt”, sagte der bisherige DHB-Kapitän, der diesen Schritt bereits vor Turnierbeginn angedeutet hatte. Ein schmerzvoller Abschied – zumal an den einst so wurfgewaltigen Rückraumspieler bei der Europameisterschaft meist nur noch eines erinnerte: Sein gelber Irokesenschnitt.

Hens wollte das Team führen, als Vorbild vorangehen. Doch irgendwie klappte nichts. Der Kapitän war nicht allein schuld, dass es mit dem zweimal möglichen Einzug ins Halbfinale nicht klappte. Aber er konnte die Niederlagen gegen Polen und den späteren Europameister Dänemark auch nicht verhindern. Bundestrainer Martin Heuberger schützte Hens, wo er nur konnte. Machte ihn zum Reservisten, ohne ihn zu demontieren. Am Ende stand der Rückraumspieler des deutschen Meisters HSV Hamburg in Serbien aber nur rund 72 von 360 möglichen Minuten auf dem Platz. Es gelangen ihm magere drei Tore.

“Ich hätte ihm einen schöneren Abschied aus dem Nationalteam gewünscht, als das nach dieser EM der Fall ist”, sagte DHB-Manager Heiner Brand. Unter dem Bundestrainer Brand hatte Hens seine größten Erfolge gefeiert. Den Europameistertitel 2004, den Gewinn der WM 2007 im eigenen Land. Auch Olympia 2004 endete ohne sein Mitwirken am Ende mit der Silbermedaille erfolgreich. Nach 199 Länderspielen (565 Tore) erfolgte nun der Schlussstrich.

“Nach elf Jahren Handball ohne Pausen im Verein und in der Nationalmannschaft muss ich meinem Körper Erholungsphasen geben”, sagte Hens: “Ich werde bald 32 und will noch einige Jahre im Verein spielen. Da bleibt mir keine andere Wahl.” Heuberger bedauerte die Entscheidung seines Spielführers: “Schade, dass Pommes sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Er hat die Kapitänsrolle in unserer Mannschaft vorbildlich ausgefüllt. Aber ich habe vollstes Verständnis für seine Entscheidung und wünsche ihm im Verein alles Gute.”

In Serbien setzte der Bundestrainer im linken Rückraum vornehmlich auf Lars Kaufmann. Auch Sven-Sören Christophersen ist eine Alternative. Die nächsten Pflichtspiele stehen im kommenden Juni an. Gegen Bosnien-Herzegowina geht es um die Qualifikation für die WM 2013 in Spanien. Hens, dem der DHB nach Angaben von Vizepräsident Horst Bredemeier “einen würdigen Abschied” bereiten will, wird die Daumen drücken. Als Zuschauer.

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