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DGB-Chef sieht Entwertung der Arbeit durch Agenda 2010

© DGB

18.12.2011

Arbeitsmarkt DGB-Chef sieht Entwertung der Arbeit durch Agenda 2010

Berlin – Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, trägt der rot-grünen Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder immer noch nach, mit der Agenda 2010 den Wert der Arbeit in den Schmutz gezogen zu haben.

„Das Schlimmste, was diese Politik gebracht hat, ist die Entwertung von Arbeit“, sagte Sommer in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Das sehe heute auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel so. „In der Folge sind Millionen von Menschen in diesem Land um ihren gerechten Lohn für ihre gute Arbeit betrogen worden. Gleichzeitig wurden Arbeitgeber subventioniert, die Hungerlöhne bezahlen. Das hat dazu geführt, dass Arbeit in Deutschland zum Teil billig geworden ist wie Dreck. Das empfinde ich als zutiefst unwürdig“, so der DGB-Chef weiter.

Nach den Worten Sommers kann nur eine Lohnuntergrenze Verbesserungen bringen: „Es gibt Menschen in diesem Land, die auf keinen Cent verzichten können. Ich will nicht, dass solche Zustände in Deutschland hoffähig bleiben. Deswegen muss es eine Lohnuntergrenze geben, die dafür sorgt, dass jemand, der Vollzeit arbeitet, von seinem Lohn leben kann.“

Konkret fordert der DGB-Chef: „Einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Davon kann man einigermaßen leben und der ist auch bezahlbar. Es heißt dann immer, dass dadurch Dienstleistungen teurer würden. Na und? Dann ist das eben so und in Ordnung. Was spricht dagegen, die Preise für Dienstleistungen moderat zu erhöhen und die Leute anständig zu bezahlen? Hinzu kommt, dass ja gerade die Jobs im Dienstleistungsbereich nicht ins Ausland verlagert werden können.“

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