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DFL entscheidet den Kampf um die TV-Rechte

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16.04.2012

Medienrechte DFL entscheidet den Kampf um die TV-Rechte

Änderungen bei wichtigen Partner-Unternehmen sind unwahrscheinlich.

Frankfurt/Main – Im Umfeld der Fußballvereine wird mit keinen großen Veränderungen bei den übertragenden Sendern gerechnet, aber auf eine satte Einnahmesteigerung gehofft. Am Dienstag fällt in Frankfurt am Main durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Entscheidung, wer ab der Saison 2013/14 die Bundesliga im Fernsehen, im Internet und per Mobilfunk übertragen darf. Für die Medien-Unternehmen und vor allem für die Fernsehsender ist das Ergebnis des Bieterwettstreits, das der Ligavorstand nach Beratungen mit den 36 Profivereinen im Sheraton Hotel am Frankfurter Flughafen bekannt geben wird, von hoher, teilweise sogar existenzieller Bedeutung. Und Millionen Fußball-Fans möchten erfahren, wo sie die Bundesliga ab dem 1. Juli 2013 empfangen können.

Seit Donnerstag ist der Poker um die Rechte beendet, auf die von der DFL ausgeschriebenen 19 Rechtepakete haben 15 Kandidaten ein Auge geworfen. Rund die Hälfte der Unternehmen ist während der beiden Bieterrunden ausgestiegen. Möglich, dass für die wieder vier Jahre umfassende Rechteperiode bis Mitte 2017 weitgehende Änderungen von der DFL vorgenommen werden. Denn die Angebote dafür wären vorhanden, nachdem sich die Deutsche Telekom als Sky-Konkurrent um die Pay-TV-Rechte beworben hat. Aber einiges deutet darauf hin, dass es bei der alten Senderstruktur bleiben könnte – allerdings zu höheren Kosten für die DFL-Kunden.

Im Durchschnitt kassierte die Liga in den vergangenen vier Jahren 412 Millionen Euro pro Saison. Die Grenze von durchschnittlich 450 Millionen sollte auf alle Fälle überschritten werden, Optimisten unter den Klubvertretern halten sogar Einnahmen von 480 Millionen Euro pro Saison für möglich. Und diese Summe kassiert die DFL nur auf dem deutschen Markt. Durch eine stark verbesserte Auslandsvermarktung stiegen die Medieneinnahmen laut DFL-Report 2012 bereits auf insgesamt 520 Millionen Euro.

Besonders die Vergabe der Pay-TV-Rechte, die den größten Einnahmeanteil ausmachen, ist von hohem Interesse. Der Sender Sky (früher Premiere) ist nach Einschätzung vieler Experten auf die Live-Exklusivrechte an der Bundesliga angewiesen, weil der Sender ohne Fußball auf dem von hoher Konkurrenz geprägten deutschen TV-Markt kaum überleben könnte. Aber die Telekom will dem bisherigen DFL-Partner die Rechte abjagen und dürfte den Preis in die Höhe getrieben haben. In der kommenden Saison muss Sky für die Live-Rechte per Satellit und Kabel sowie für die Online-Highlights etwa 265 Millionen aufbringen. Der nach wie vor defizitäre Sender ist seit Jahren der wichtigste Partner der DFL mit fristgerechten Zahlungen.

Bekäme die Telekom die Rechte, müsste sie, da sie kein Fernsehsender ist, praktisch selbst als Rechtehändler Partner für die Verbreitung finden. Wenn Sky wichtigster DFL-Partner bliebe, kann die Telekom wie bisher mit dem über Internet transportierten TV-Signal die Bundesliga weiter bei „Liga total“ senden. Diese sogenannten IPTV-Rechte erhielt die Telekom für die noch laufende Periode für einen Spottpreis von derzeit 27 Millionen Euro pro Saison. Hier ist mit der größten Einnahmesteigerung zu rechnen. Starker Zuwachs ist auch aus den Mobilfunkrechten zu erwarten, weil die Übertragungsqualität über diesen Vertriebsweg sich stetig verbessert.

Das Internet-Szenario, dass die ARD-„Sportschau“ hinter einer Konkurrenz im Netz zurücktreten muss, ist offenbar kein Thema mehr. Wahrscheinlicher ist, dass die bisherigen Partnersender im Free-TV, also die ARD mit den dritten Programmen (bisher rund 105 Millionen pro Saison), ZDF (rund 21 Millionen) und Sport1 (rund 11 Millionen) mehr bezahlen und Anfangszeiten der Sendungen verändern müssen. Die DFL und die Klubs fühlen sich stark. Die aktuelle Saison halten sie für das beste Beispiel für die Attraktivität der Bundesliga.

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