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Gladbacher Halbfinaleinzug mit Beigeschmack

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08.02.2012

DFB-Pokal Gladbacher Halbfinaleinzug mit Beigeschmack

Fehlentscheidung zerstört Berliner Pokalträume – Daems und Wendt treffen zum 2:0 in der Verlängerung.

Berlin – Eine krasse Fehlentscheidung hat Borussia Mönchengladbach den Weg ins DFB-Pokal-Halbfinale geebnet und die Berliner Pokalträume platzen lassen. Die “Fohlen-Elf” kam zu einem 2:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung und profitierte dabei von einem unberechtigten Foulelfmeter, den Filip Daems in der 101. Minute sicher verwandelte.

Nach einer Schauspieleinlage des Gladbachers Igor de Camargo hatte Schiedsrichter Felix Brych dem Hertha-Abwehrspieler Roman Hubnik die Rote Karte gezeigt und auf Strafstoß entschieden. Den Schlusspunkt vor 47.465 Zuschauern im Olympiastadion setzte Oscar Wendt (120. +1). Damit steht die Borussia am 20./21. März zum zehnten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale.

“Die Krönung war das, was der Schiedsrichter in der Verlängerung gepfiffen hat – unglaublich, unglaublich. Hier sind 50.000 Menschen im Stadion, und keiner hat gesehen, was Felix Brych gesehen hat”, echauffierte sich Hertha-Trainer Michael Skibbe über die spielentscheidende Szene. Der Coach konnte sich ob der Ungerechtigkeit aus seiner Sicht kaum beruhigen: “Unfassbar, unfassbar. Was soll ich dazu noch sagen.”

Selbst Mönchengladbachs Mike Hanke sah einen glücklichen Borussen-Sieg und empfand die Strafstoßentscheidung gegen Berlin als “sehr glücklich für uns”. Den Elfmeter wollte er nicht weiter kommentieren: “Wir haben kein gutes Spiel gezeigt.” Herthas Abwehrchef Andre Mijatovic sah eine Teilschuld bei Hubnik, der der Szene besser aus dem Weg gegangen wäre. “Natürlich darf er so nicht hingehen, aber er hat ihn ja nicht getroffen. Dass solch eine Szene ein Spiel entscheidet, ist einfach schade.”

Hertha mit gutem Beginn

Die Berliner starteten gut in die Begegnung gegen abwartende Gladbacher. Angreifer Pierre-Michel Lasogga hatte in der 17. Minute die erste Möglichkeit, nachdem er schön von Andreas Ottl freigespielt worden war. Brouwers aber klärte im letzten Augenblick. In der Folgezeit legten beide Teams den Fokus darauf, keine Fehler zu machen – was beide auch gleichermaßen gut hinbekamen.

Besonders die Pärchen im defensiven Mittelfeld – bei Hertha Ottl und Peter Niemeyer, bei Gladbach Roman Neustädter und Havard Nordtveit – machten die Räume sehr eng. Torchancen erspielten sich die beiden Mannschaften daher kaum. Die besten hatten noch die Berliner, doch sowohl Raffael (30.) als auch Lasogga (37.) verzogen knapp. Raffael konnte die großen Erwartungen, die auf ihm lasteten, in den ersten 45 Minuten nur bedingt erfüllen. Auf der anderen Seite war von der in der Liga so gefährlichen Angriffsreihe um Mike Hanke, Patrick Herrmann und Marco Reus nichts zu sehen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild zunächst nicht viel. Die beiden Teams neutralisierten sich gegenseitig – was der guten Defensivarbeit geschuldet war. Und wenn sich mal Räume für die in der Liga bislang so konterstarken Gladbacher auftaten, dann verpatzte der Tabellenvierte dies häufig durch ungenaues Passspiel. Nach einer Stunde waren es die Berliner, die innerhalb kürzester Zeit zwei Großchancen vergaben. Niemeyer scheiterte nach Raffael-Zuspiel am Pfosten (61.), kurz darauf parierte Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen einen Schuss von Rechtsverteidiger Alfredo Morales (62.). In den Schlussminuten der regulären Spielzeit kamen die Gladbacher noch einmal auf. Der eingewechselte de Camargo vergab aber nach Pass von Hanke (78.).

Die Entscheidung fiel in der 100. Minute, als sich Hubnik im eigenen Strafraum zu einer Tätlichkeit gegen de Camargo hinreißen ließ, obwohl die Situation schon bereinigt war. Schiedsrichter Brych zeigte Hubnik die Rote Karte und entschied auf Elfmeter, den Daems eiskalt verwandelte (101). Ramos hatte am Ende noch die Riesen-Möglichkeit zum Ausgleich. Doch der Kolumbianer verzog deutlich. Der eingewechselte Wendt sorgte Sekunden vor dem Abpfiff nach Vorlage von Arango für den Endstand.

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