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Sandrock kein typischer Fußball-Funktionär

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08.02.2012

DFB-General Sandrock kein typischer Fußball-Funktionär

Als Nachfolger von Niersbach ausersehen – Guter Draht zu Beckenbauer.

Frankfurt – Theo Zwanziger hat sich bereits aus dem aktuellen Geschäft zurückgezogen und seinen Abschied im Präsidium und bei den DFB-Mitarbeitern gegeben. Noch sitzt Wolfgang Niersbach, der die Nachfolge von Zwanziger als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) antreten wird, in seinem Büro in der Zentrale des Verbandes. Aber den Raum des Generalsekretärs, mit Blick auf den noch immer im Vorhof stehenden WM-Globus von 2006, wird im März ein neuer Mann beziehen. Denn die neue Doppelspitze des DFB steht. Mit dem Präsidenten-Wechsel von Zwanziger zu Niersbach erfolgt am 2. März auf dem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt auch die Stabübergabe für den wichtigsten Position im operativen Geschäft des DFB. Als neuer Generalsekretär steht Helmut Sandrock bereit.

Der in der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannte Mann wird damit Chef von rund 220 Angestellten im größten nationalen Sportfachverband der Welt. Der 55-jährige gebürtige Aachener ist aber im Fußball kein Unbekannter. Er war Jugend-Nationalspieler und nimmt im DFB derzeit noch die Position des verbandsintern wichtigen Direktors für die Bereiche Spielbetrieb, Trainerwesen und Talentförderung ein. Vorige Woche in Wien war er bereits bei der Versammlung der Generalsekretäre aller europäischen Fußball-Verbände dabei und wurde dort eingeführt, obwohl er offiziell noch nicht im Amt ist. Wie Niersbach lehnt Sandrock es ab, sich vor der Wahl durch 261 Delegierte am 2. März öffentlich zu äußern.

Er gilt als ideale Wahl für die Aufgabe des “DFB-Generals” und hat sich ein Profil als herausragender Teamplayer erarbeitet, der seine Mitarbeiter stark einbindet. Sandrock ist ein sachlicher Typ, der sehr zielstrebig arbeitet. Von 2000 bis 2002 war er als Vorstandsvorsitzender beim MSV Duisburg tätig. Beim DFB gewann er hohe Anerkennung, als er im WM-Organisationskomitee 2006 die Turnierorganisation leitete. Zum ehemaligen DFB-Generalsekretär und heutigen Schatzmeister Horst R. Schmidt sowie zu Franz Beckenbauer besitzt er einen guten Draht. Beckenbauer empfahl ihn auch nach der WM 2006 für einen Job bei Red Bull Salzburg, wo er bis 2008 tätig war. Als die Position des DFB-Direktors Spielbetrieb frei wurde, wurde Sandrock verpflichtet, weil er nicht alle Ebenen des Verbandes durchlaufen hatte und frische Denkweisen ins Haus bringen sollte. Ähnlich wie Niersbach entspricht er nicht dem Bild des typischen Fußball-Funktionärs.

Als Zwanzigers Rückzug und Niersbachs Aufstieg feststand, wurde zunächst vermutet, dass Stefan Hans, der stellvertretende Generalsekretär, aufrücken könnte. Doch Hans entschied sich, weiter aus dem Hintergrund die Fäden zu ziehen. Das Hinterzimmer ist ihm lieber als das Rampenlicht. Mit dem Personal- und dem Finanzwesen führt er zwei wichtige Bereiche. Sandrock wird sich künftig wahrscheinlich mehr um die technischen Prozesse des DFB kümmern. Möglich erscheint, dass ihm neu auch der Bereich Sicherheit direkt unterstellt wird. Zwanziger soll künftig die unter seiner Führung gegründete DFB-Kulturstiftung leiten, die nach Informationen der “Sportbild” sogar seinen Namen erhalten könnte. Das Gespann Niersbach und Sandrock dürfte den DFB pragmatischer führen als früher. Soziale Ziele wären wichtig, doch bei der Kernaufgabe des DFB, für eine perfekte Organisation des Fußballs zu sorgen, wäre einiges aufzuarbeiten, heißt es aus dem Verband.

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