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DFB-Frauen finden ihre Arroganz wieder

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08.03.2012

Algarve-Cup DFB-Frauen finden ihre Arroganz wieder

Bundestrainerin Neid nach Algarve-Cup-Sieg: „Meine Erwartungen wurden übertroffen“.

Vale de Lobo/Dresden – Es war nur der Siegerbanner des Algarve Cups, hinter dem sich die deutschen Fußballfrauen am Mittwoch jubelnd fotografieren ließen. Der 4:3-Finalerfolg gegen Japan bei diesem Einladungs-Turnier in Portugal war sicher keine vollwertige Revanche für die Viertelfinal-Niederlage bei der Heim-WM 2011 gegen den späteren Weltmeister. Und dennoch hatte das Bild, das fast 50 japanische Kamerateams im Stadion von Faro einfingen, etwas Zukunftsweisendes: Ein halbes Jahr nach dem Neustart im Herbst findet sich das junge deutsche Team. Der Sieg gegen den Weltmeister und der zweite Cup-Gewinn nach 2006 taten der verzagten Seele gut.

„Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Hätte man mir vor dem Turnier gesagt, dass wir solche Leistungen zeigen, wäre ich skeptisch gewesen“, sagte eine seit längerem wieder ausgelassene Bundestrainerin. Silvia Neid hatte verletzungsbedingt auf Torfrau Nadine Angerer und Offensivkraft Fatmire Bajramaj verzichten müssen. Seit Monaten fehlt mit Simone Laudehr und Kim Kulig zudem die WM-Regie im Mittelfeld. „Trotzdem konnten wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Der Turniersieg ist etwas für das Selbstvertrauen.“

Das fehlende Selbstbewusstsein hatte der Mannschaft in den bisherigen Qualifikationsspielen zur EM 2013 zu schaffen gemacht – gegen schwächere Gegner mühte sich der Ex-Weltmeister Deutschland. „Wir sind schwer gestartet nach der WM und den großen Veränderungen im Kader. Aber wir konnten uns steigern. Allerdings haben wir wie zuvor schon in einigen Spielen auch gegen Japan nach klarer Führung den Faden verloren. Immer wieder haben wir dieses Problem“, resümierte Mittelfeldakteurin Viola Odebrecht. Ein ums andere Mal geben die Deutschen das Zepter im Spiel aus der Hand, stärken den Gegner und verunsichern sich selbst – Spätfolgen der WM-Pleite, die den DFB-Frauen das nahm, was sie selbst als „positive Arroganz“ ansahen. „Diese positive Arroganz werden wir uns wieder erarbeiten“, sagt Spielführerin Angerer. Stürmerin Célia Okoyino da Mbabi immerhin hat die WM-Niederlage scheinbar längst verdaut. Sechs Tore schoss die 21-Jährige in Portugal: „Wir sind in den zehn Tagen als Mannschaft zusammengewachsen. Es war wichtig für uns zu sehen, dass wir zu solchen Leistungen fähig sind. Wir können immer noch mit der Weltspitze mithalten.“ Zeigen müssen sie das wieder am 31. März in Mannheim in der EM-Qualifikation gegen Spanien.

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