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Deutschland will Potenzial Perus nutzen

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17.02.2012

Wirtschaft Deutschland will Potenzial Perus nutzen

Westerwelle als erster deutscher Außenminister seit zehn Jahren zu Gast in Lima.

Lima – Deutschland will enger mit Peru, dem drittgrößten Land in Südamerika, zusammenarbeiten. Das kräftige Wachstum der peruanischen Wirtschaft berge eine Menge weiterer Chancen, sagte Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstag bei einer Rede an der Katholischen Universität in Lima. Das Potenzial der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder sei keineswegs ausgeschöpft. Auch Westerwelles peruanischer Amtskollege Rafael Roncagliolo gab das Ziel aus, die Partnerschaft zu vertiefen – in der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur.

Peru hatte zuletzt vor zehn Jahren Besuch von einem deutschen Chefdiplomaten bekommen. “Das ist zu selten”, sagte Westerwelle. “Peru zählt zu den Ländern mit großem Potenzial.” Deutsche Unternehmen entdeckten erst allmählich die Investitionsmöglichkeiten in dem lateinamerikanischen Land, sagte er und versicherte: “Es geht uns nicht um schnellen Gewinn, sondern um langfristige Partnerschaft.”

Peru hat seit dem vergangenen Sommer eine neue Regierung. Westerwelle sagte, er habe den Eindruck, dass sich diese Regierung in Richtung soziale Marktwirtschaft bewege. Das schaffe neue Möglichkeiten für eine Kooperation mit Deutschland.

Die Europäische Union hat bereits vor Monaten ein Freihandelsabkommen mit Peru geschlossen, das aber noch nicht in Kraft ist. Westerwelle sprach von “technischen Hindernissen” und sagte zu, Deutschland werde sich dafür einsetzen, dass der letzte Schritt zügig folge. Dies wäre auch ein Schub für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Peru und Deutschland.

Roncagliolo sagte, er hoffe auf ein möglichst schnelles Inkrafttreten des Abkommens. Dies wäre für sein Land ein “weiter, großer Schritt”. Am 28. Februar gebe es dazu eine öffentliche Anhörung in Brüssel.

Peru schickt Studenten nach Deutschland

Beide Länder wollen aber nicht nur ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen, sondern auch ihren wissenschaftlichen und kulturellen Austausch. Es gehe um weit mehr als um Handelsinteressen und geschäftliche Beziehungen, etwa um Wissenstransfer und Forschungspartnerschaften, sagte Westerwelle.

Im Beisein der beiden Außenminister unterzeichneten die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Margret Wintermantel, und die Rektoren mehrerer peruanischer Universitäten ein gemeinsames Abkommen. In den kommenden Jahren sollen bis zu 100 peruanische Studenten für ein Masterprogramm oder ihre Promotion nach Deutschland kommen – quer durch alle Fachrichtungen. Das Programm soll noch in diesem Jahr beginnen. Bislang studieren rund 1.000 junge Leute aus Peru in Deutschland.

Beide Länder hätten zusammen rund 110 Millionen Einwohner, sagte Westerwelle. “Da sind 1.000 zu wenig.” Der Minister bezeichnete das Abkommen als guten Schritt, dem weitere folgen sollten. “Die stabilste Brücke zwischen unseren Ländern wird von den jungen Leuten gebaut.” Roncagliolo sagte, Deutschland und Europa hätten ihren Wohlstand erreicht, indem sie die öffentliche Bildung gestärkt hätten. Das müsse auch sein Land tun.

Westerwelle hatte seine Südamerika-Reise am Montag in Brasilien begonnen – mit Stationen in Brasilia, Sao Paulo und Rio de Janeiro. Nach seinem Besuch in Lima reist er weiter nach Panama und von dort aus zum G20-Außenministertreffen nach Mexiko. Es ist die erste Zusammenkunft dieser Art auf der Ebene der G20-Staaten.

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