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03.10.2010

Deutschland nimmt Kontakt zu deutschem Terrorverdächtigen auf

Kabul – Nach wochenlangen zunächst erfolglosen Bemühungen haben die USA Deutschland Zugang zu einem in Afghanistan festgehaltenen Terrorverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit gewährt. Ein deutscher Diplomat konnte nach Informationen der Süddeutschen Zeitung am Sonntag in einem Militärgefängnis auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Bagram mit dem 36-jährigen Deutsch-Afghanen Ahmad S. sprechen. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass ein Mitarbeiter Zugang zu dem Mann erhalten habe, nannte aber keine Einzelheiten. Der aus Hamburg stammende Islamist war Anfang Juli unter Terrorverdacht in Kabul aufgegriffen worden und ist seitdem von US-Spezialisten vernommen worden.

Jüngste Berichte in US-Medien, wonach Anschläge auf Ziele in London sowie in großen Städten Deutschlands und Frankreichs geplant gewesen seien, waren auf mögliche Aussagen des Deutsch-Afghanen zurückgeführt worden. Das Bundesinnenministerium hatte zurückhaltend auf diese Berichte reagiert und auf „nachrichtendienstliche Aufkommen“, das auf längerfristige Vorhaben schließen lasse verwiesen. Deutsche Diplomaten oder Angehörige des Bundesnachrichtendienstes hatten zu diesem Zeitpunkt aber noch keinen Zugang zu den Deutsch-Afghanen. Hinter den Kulissen war es zwischen der Bundesrepublik und den USA über die konsularische Betreuung des Gefangenen zunächst zu Meinungsverschiedenheiten gekommen.

Ahmad S. wird der so genannten „Hamburger Gruppe“ von Islamisten zugerechnet, die sich im März Richtung Pakistan und Afghanistan auf den Weg gemacht haben, um sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden in Terrorcamps ausbilden zu lassen. Der Deutsch-Afghane, der in Begleitung seiner Frau an den Hindukusch gereist sein soll, wird der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) zugerechnet. Er stammt aus dem Umfeld der mittlerweile geschlossenen Hamburger Taiba-Moschee.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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