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Deutsches Todesopfer der „Costa Concordia identifiziert

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22.01.2012

Unfälle Deutsches Todesopfer der „Costa Concordia“ identifiziert

Genaue Zahl der Vermissten unklar – Passagierlisten waren nicht vollständig.

Giglio – Eines der Todesopfer der Havarie der “Costa Concordia” kam aus Deutschland. Das bestätigte ein Sprecher der italienschen Polizei am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Insgesamt seien acht Leichen identifiziert worden, sagte Rocco Carpentieri. Bei den weiteren Toten handle es sich um vier Franzosen, einen Spanier, einen Italiener und eine Frau aus Ungarn. Etwa 24 Menschen werden noch vermisst. Ihre genau Zahl ist allerdings unklar, weil auch Menschen an Bord waren, die nicht auf den offiziellen Passagierlisten verzeichnet waren.

Der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, erläuterte, bisher seien insgesamt zwölf Leichen geborgen. Von den vier nicht identifizierten Todesopfern sei nicht bekannt, ob sie auch offiziell als vermisst gelten. So sei eine Ungarin von ihrer Familie bei der Botschaft als vermisst gemeldet worden. Die Frau habe vom Schiff aus Angehörige angerufen. Seit dem 13. Januar hätte sie jedoch nichts mehr von ihr gehört. Möglicherweise handele es sich bei der Leiche, die am Samstag von Tauchern geborgen wurde, um die nicht registrierte Passagierin.

Mehr als 640 Einsatzkräfte vor Ort

Unterdessen setzten Spezialkräfte am Sonntag die Suche im Wrack der “Costa Concordia” vor der Insel Giglio fort. Insgesamt seien 643 Menschen im Einsatz, darunter 65 Marinetaucher, sagte Gabrielli. Nach Bewegungen in der Nacht im Bug des Kreuzfahrtschiffes waren die Arbeiten vorübergehenden unterbrochen worden.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Cosimo Pulito, erklärte, die Einsatzkräfte hätten erneut Bullaugen eingeschlagen und gesprengt. Sie suchten besonders den Bereich des Restaurants ab. Dieses sei jedoch nur schwer zugänglich, weil zahlreiche Gegenstände das Vorankommen behinderten. Die Taucher müssten in dieser schwierigen Mission an ihre Grenze gehen, sagte Pulito.

Kein Diesel ausgetreten

Aus dem havarierten Schiff traten bisher keine Kraftstoffe in nennenswertem Umfang aus, wie Einsatzleiter Gabrielli erklärte. Zwar seien Reinigungs- und Desinfenktionssubstanzen im Wasser um das Schiff festgestellt worden, die Werte im Hafen von Giglio seien jedoch normal. Ein Einsatzteam einer niederländischen Spezialfirma wartet auf das Ende der Such- und Bergungsarbeiten, um mit dem Abpumpen der etwa 2.200 Tonnen Treibstoff zu beginnen.

Taucher der Polizei schwammen am Samstag zur Kabine des Kapitäns Francesco Schettino, um dessen Safe, Gepäck und Dokumente aus dem Wrack zu holen. Der Kapitän steht weiter unter Hausarrest, während die Polizei gegen ihn wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt. Auf dem Schiff befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls etwa 4.200 Passagiere.

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