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Deutsches Tennis-Sextett trotzt Hitze, Wind und Gegnern

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16.01.2012

Tennis Deutsches Tennis-Sextett trotzt Hitze, Wind und Gegnern

Görges, Barthel, Kohlschreiber, Haas, Kamke und Beck in Runde zwei der Australian Open.

Melbourne – Sechs aus Neun, das ist doch was. Die deutschen Tennisspieler haben zum Auftakt der Australian Open in Melbourne die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Julia Görges, Mona Barthel, Philipp Kohlschreiber, Tommy Haas, Tobias Kamke und Andreas Beck zogen in die zweite Runde des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres ein. Für Benjamin Becker und die beiden Qualifikanten Björn Phau und Peter Gojowczyk ist das mit dem Rekordpreisgeld von 21 Millionen Euro dotierte Turnier dagegen schon zu Ende. Nach dem Sextett haben an diesem Dienstag noch weitere sechs deutsche Profis die Chance, die zweite Runde zu erreichen.

Pünktlich zum ersten Aufschlag ist in Melbourne die Hitze zurückgekehrt – und rechtzeitig hat sich bei Julia Görges das Fieber verabschiedet. Von der Virusinfektion, die die Nummer 22 der Setzliste seit fast zwei Wochen geplagt hatte, war in ihrem Match gegen die Slowenin Polona Hercog nichts zu spüren. “Relativ zufrieden” war die 23-Jährige aus Bad Oldesloe mit ihrer Leistung beim 6:3, 7:6 (7:3)-Sieg gegen die 35. in der Welt, die es mit vielen Fehlern der Deutschen leicht machte. Görges trifft in Runde zwei auf die Griechin Eleni Daniilidou.

Zwei Tage nach ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour hatte Hobart-Siegerin Mona Barthel bei ihrem Australian-Open-Debüt gegen Anne Keothavong leichtes Spiel. Nachdem die 21 Jahre alte Bad Segebergerin den ersten Satz 6:0 für sich entschieden hatte, gab die von einer Erkältung geschwächte Britin auf. “Im Moment läuft alles irgendwie von alleine. Ich will diesen Schwung mitnehmen”, sagte Barthel. Nun steht die 44. der Rangliste gegen die Tschechin Petra Cetkovska, 32. der Setzliste, auf dem Prüfstand – oder umgekehrt.

Am meisten für die rund 25.000 Euro Preisgeld für einen Erstrundensieg musste von den Deutschen Philipp Kohlschreiber leisten. Der Weltranglisten-41. kämpfte bei 32 Grad fast vier Stunden in der prallen Sonne, ehe er den an Nummer 25 gesetzten Argentinier Juan Monaco mit 7:5, 4:6, 6:3, 6:7 (4:7), 6:0 geschlagen hatte. “Ich habe mich durchgebissen, es war nicht einfach mit den starken Windböen”, sagte Kohlschreiber. Sein nächster Gegner wird der Spanier Pere Riba sein. “Sicherlich ein machbares Ding”, sagte der Augsburger.

“Wichtig war, dass die Wade gut gehalten hat und ich einigermaßen so spielen konnte, wie ich wollte”, sagte Tommy Haas. Der nach monatelanger Verletzungspause auf die Tour zurückgekehrte 33-Jährige hatte sich vor zwei Wochen einen Faserriss im Unterschenkel zugezogen, sich gegen den US-Amerikaner Denis Kudla aber in guter Verfassung präsentiert. 7:6 (7:5), 3:6, 6:0, 7:5 gewann der frühere Weltranglistenzweite. Am Mittwoch steht er nun jedoch gegen die aktuelle Nummer zwei vor einer “Riesenherausforderung”. “Gegen Rafael Nadal muss man am Limit spielen. Da muss ich mir noch einiges einfallen lassen, mit normalem Spiel wird es nicht reichen”, erklärte Haas.

Vor einer Herkulesaufgabe wie Haas steht auch Andreas Beck. Sein 6:4, 6:2, 4:6, 7:5-Sieg über den Franzosen Eric Prodon verschafft dem Stuttgarter das zweifelhafte Vergnügen eines Zweitrundenduells mit dem viermaligen Melbourne-Sieger Roger Federer aus der Schweiz.

Leichte Hoffnungen auf einen längeren Verbleib in Melbourne darf sich nach seiner beeindruckenden Vorstellung beim 6:2, 6:1, 6:2 gegen den Rumänen Victor Hanescu der Lübecker Tobias Kamke machen. Der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben war und der deshalb aktuell nur auf Rang 98 geführt wird, rechnet sich gegen den immerhin an 13 gesetzten Ukrainer Alexander Dolgopolow Chancen aus: “Ich glaube, dass ich gewinnen kann.”

Das Match des Tages lieferte der in Australien als “wonder boy” titulierte Bernard Tomic. Der auf Rang 38 geführte Teenager hielt der Last stand, auf seinen Schultern die Sehnsucht einer ganzen Nation nach dem nächsten Grand-Slam-Sieg für Down Under zu tragen. der 19-Jährige besiegte den ehemaligen Halbfinalisten Fernando Verdasco aus Spanien nach einem Zwei-Satz-Rückstand noch 4:6, 6:7 (3:7), 6:4, 6:2, 7:5. Zum Ende der 4:11 Stunden dauernden Hitze- und Nervenschlacht spielte Tomic wie in Trance. “Es war eine Tortur. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe”, gestand der von 15.000 Australiern in der Rod-Laver-Arena gefeierte Lokalmatator.

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