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Deutscher soll Blackberry-Hersteller RIM aus der Krise führen

© AP, dapd

23.01.2012

Rücktritt Deutscher soll Blackberry-Hersteller RIM aus der Krise führen

Thorsten Heins tritt Nachfolge von Gründern Jim Balsillie und Mike Lazaridis an.

Toronto – Der schwächelnde Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) will mit einem Deutschen an der Spitze den Weg aus der Krise finden. Thorsten Heins werde die Nachfolge der Gründer und bisherigen Chefs Jim Balsillie und Mike Lazaridis antreten, teilte das kanadische Unternehmen am Sonntag mit. Heins war bislang als Chief Operating Officer (COO) für RIM tätig und war vor vier Jahren von Siemens zum Smartphone-Konzern gekommen.

Am Montag verkündete Heins, dass es keine radikalen Änderungen geben werde. Er stehe hinter der Vision und der neuen Softwareplattform, auf die auch Lazaridis und Balsillie gesetzt hatten. Allerdings müsse RIM sein Marketing in den USA über den traditionellen Geschäftskundenmarkt hinaus weiter ausbauen und für Privatkunden attraktiver werden. In den USA sei RIM sehr, sehr erfolgreich im Geschäftskundenbereich gewesen und in der Wahrnehmung vieler Menschen sei das Unternehmen auch noch in dieser Sparte verhaftet. “Wir müssen stärker kundenorientiert werden, weil aus diesem Bereich ein großer Teil des Wachstums kommt. Das ist für uns in den USA unerlässlich”, sagte Heins am Montag in einer Telefonkonferenz.

Balsillie und Lazaridis hätten RIM in die richtige Richtung gesteuert und auch mit der neuen Softwareplattform sei er einverstanden, sagte Heins. “Wir sind zuversichtlicher denn je, dass dies der richtige Weg war. Mikes und Jims ständige Weigerung, den langfristigen Erfolg für kurzfristige Gewinne zu opfern, hat RIM zu der großartigen Firma gemacht, die es heute ist. Ich teile diese Philosophie und bin auf die Zukunft des Unternehmens gespannt”, sagte Heins.

Balsillie und Lazaridis hatten nach 20 Jahren an der Spitze von RIM am Sonntag ihren Rücktritt bekannt gegeben. In jedem erfolgreichen Unternehmen komme der Zeitpunkt für die Gründer, die Führung abzugeben, sagte Lazaridis. Dieser Zeitpunkt sei nun gekommen. Balsillie erklärte, er habe volles Vertrauen in Heins, das Management und das Unternehmen. Er bleibe ein wichtiger Anteilseigner und Verwaltungsratsmitglied. Lazaridis wird stellvertretender Verwaltungsratschef und Leiter eines neu gegründeten Innovationsausschusses.

Barbara Stymiest, die früher die operativen Geschäfte der Royal Bank of Canada leitete und bereits seit 2007 im Aufsichtsrat sitzt, wurde zur Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt. Außerdem rückte mit Prem Watsa einer der wichtigsten Aktionäre des Unternehmens in den Aufsichtsrat auf.

Zuletzt hatte RIM eine Reihe von Rückschlägen erlitten und Milliarden an Marktwert eingebüßt. So räumte das Unternehmen Verzögerungen bei der Markteinführung seines neuen Smartphones ein. In den USA ist der Anteil des Unternehmens am Smartphone-Markt von 44 Prozent im Jahr 2009 auf nur noch zehn Prozent gesunken. In die Schlagzeilen geraten war RIM zuletzt mit einem Netzwerksausfall, der in Teilen Europas bis zu drei Tage dauerte.

Für das vergangene Quartal, das mit dem 26. November endete, wies RIM einen Gewinnrückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 265 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) aus. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Euro).

Angesichts der harten Konkurrenz durch das iPhone von Apple und Smartphones mit Googles Android-Software rechnet RIM auch für das laufende Quartal mit einem Rückgang der Verkaufszahlen. Analysten zufolge hängt die Zukunft des einst richtungsweisenden Unternehmens wesentlich von der Entwicklung und Etablierung einer neuen Software-Plattform ab.

Nach der Telefonkonferenz am Montag sackte der Kurs der RIM-Aktien um 66 US-Cent (3,9 Prozent) auf 16,34 Dollar ab, nachdem er im vorbörslichen Handel um 4 Prozent gestiegen war. Vor einigen Jahren war RIM noch über 70 Milliarden Dollar wert. Mittlerweile ist der Marktwert des Unternehmens auf rund 8,9 Milliarden Dollar gefallen.

Er habe so viel Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens, dass er seine Beteiligung an RIM um 50 Millionen Dollar aufstocken werde, kündigte Lazaridis an.

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