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Deutsche Skifahrer bei Cuche-Show nur staunende Zuschauer

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22.01.2012

Weltcup Deutsche Skifahrer bei Cuche-Show nur staunende Zuschauer

Stephan Keppler schafft auf der legendären Streif bestes Abfahrtsergebnis seit 25 Jahren.

Kitzbühel – Im Schatten der Cuche-Spiele von Kitzbühel haben die deutschen Ski-Rennläufer dennoch einige Lichtblicke feiern dürfen. Stephan Kepplers achter Rang beispielsweise am Samstag auf der verkürzten Streif war die beste deutsche Platzierung in Kitzbühel seit 25 Jahren. Oder der neunte Rang von Fritz Dopfer am Sonntag im Slalom belegte erneut die derzeit starke Form des Mannes vom SC Garmisch. “Ich habe es zwar im zweiten Durchgang nicht alles riskieren können, aber ich bin mit meinen Läufen sehr zufrieden.”

Während der 24-Jährige vom SC Garmisch nun darauf hofft, in Schladming am Dienstag schon zu den besten Fahrern 15 zu gehören, um eine bessere Startnummer zu bekommen, war sein Teamkollege Felix Neureuther als 40. im Zielraum richtig verärgert. Zum einen über den Fehler, der seinen Einzug in den Finaldurchgang verhinderte. Und zum anderen über die leidige Regel-Diskussion. “Es kotzt mich ganz schön an, dass ich am Samstag den ganzen Tag vor einem Klassiker über einen Einfädler sprechen musste. Das alles liegt drei Wochen zurück”, sagte Neureuther. Der 27 Jahre alte Rennläufer hatte jetzt sein Thema gefunden. Der Ärger musste einfach raus. Das Ausscheiden interessierte ihn nicht mehr.

Debatte über angeblichen Einfädler belastet Neureuther

Der Grund war die am Samstag aufgekommene Debatte, dass der Österreicher Marcel Hirscher (Österreich) bei seinem Sieg in Zagreb vor drei Wochen ein Tor nicht korrekt gefahren sein soll. Die österreichische “Kronen Zeitung” hatte darüber berichtet, dass Aufnahmen des österreichischen Ski-Teams mit High-Speed-Kameras das bestätigt haben. Österreichs Cheftrainer Mathias Berthold sprach hinterher auch davon, dass Neureuther als Zweiter von Zagreb ebenso eingefädelt hat.

Keppler starker Achter auf der Streif

Sehr viel positiver als für Neureuther verlief dagegen der vierte Auftritt von Stephan Keppler am Samstag auf der legendären Streif. Während dem 37 Jahre alten Didier Cuche nach dessen Rekordfahrt zum fünften Abfahrtssieg alle – inklusive Arnold Schwarzenegger – die Hände schütteln wollten, stand Keppler einige Meter daneben im Zielhang und staunte. Über Cuches Rekord und auch ein wenig über sich selbst. Der 27 Jahre alte Skirennläufer vom WSV Ebingen beendete die wegen des dichten Schneefalls um 1,3 Kilometer verkürzte Strecke auf dem achten Rang. Keppler stellte damit seine bisher beste Platzierung in der Abfahrt ein.

“Ich bin schon zufrieden”, sagte Keppler, “aber ich ärgere mich auch ein bisschen, dass ich durch Fehler eine bessere Platzierung verpasst habe.” 18 Hundertstelsekunden fehlten Keppler auf den dritten Rang des Österreichers Klaus Kröll. Auf den zweiten Platz mit 0,24 Rückstand auf Cuche kam Krölls Landsmann Romed Baumann.

Die Jury um Renndirektor Günter Hujara hatte den Start um rund 300 Höhenmetern nach unten auf Höhe der Alten Schneise verlegt. Die berühmte Mausefalle und der Steilhang wurden den Rennläufern so vorenthalten. “Schade” fand Keppler die Entscheidung. Im Sinne der Sicherheit hat sie sich allerdings als richtig erwiesen. Niemand stürzte. So etwas hat es auf der gefährlichsten Abfahrt im Ski-Weltcup noch nie gegeben.

Und am Ende hatte in Cuche der Beste gewonnen. “Didier ist perfekt gefahren”, sagte Keppler anerkennend. Nach ein paar Sekunden des Nachdenkens fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: “Da muss ich noch viel üben, bis ich einmal so fahren kann.”

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