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Deutsche schließen sich Sammelklage an

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27.01.2012

Costa Concordia Deutsche schließen sich Sammelklage an

Anwalt spricht von mindestens einer Million US-Dollar Schmerzensgeld bei Todesfall.

Berlin/Rom – Mindestens 16 deutsche Opfer des “Costa-Concordia”-Unglücks vor der italienischen Küste wollen sich einer Sammelklage in den USA anschließen. “Wir beabsichtigen, uns in der kommenden Woche einer Klage eines Kollegen in New York anzuschließen”, sagte der Opfer-Anwalt Hans Reinhardt am Freitag auf dapd-Anfrage. Dabei gehe es um schätzungsweise 160.000 US-Dollar Schmerzensgeld pro Passagier und mindestens eine Millionen US-Dollar hinsichtlich jedes Todesopfers, sagte Reinhardt.

Bislang vertritt der Rechtsanwalt nach eigenen Angaben 16 Betroffene des Schiffunglücks. Darüber hinaus hätten sich weiter Opfer bei ihm gemeldet. Ein New Yorker Rechtsanwalt vertritt den Angaben zufolge ebenfalls Betroffene des Unglücks. “Ich stehe mit dem amerikanischen Anwalt in telefonischem Kontakt”, sagte Reinhardt.

Die Klage in den USA richtet sich laut Reinhardt gegen das Unternehmen Carnival mit Hauptsitz in Miami. Carnival ist die Muttergesellschaft des Kreuzfahrtanbieters Costa Crociere. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sowohl in den USA, als auch in Italien geklagt werde, sagte Reinhardt. So sei denkbar, die Schmerzensgeldforderungen wegen erlittener Traumata oder aufgrund von Todesfällen in Amerika einzuklagen und den Schadenersatz in Italien von der Reederei selbst zu verlangen.

Eine Klage in Deutschland sei “eher unwahrscheinlich”, da sich die Firmenadressen der Reederei hierzulande bislang als “eine Art Briefkastenfirmen” herausgestellt hätten, sagte Reinhardt.

Der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere hatte den Passagieren des havarierten Schiffes jeweils 11.000 Euro Entschädigung angeboten. Mit dem Geld sollen verloren gegangenes Gepäck und erlittene Traumata abgegolten werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zudem wolle die Firma den Passagieren den vollen Preis ihrer Kreuzfahrt sowie die nach dem Unglück entstandenen Reisekosten und Ausgaben für medizinische Zwecke zurückerstatten.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs waren zum Zeitpunkt des Unglücks am 13. Januar rund 4.200 Menschen. Bislang wurde der Tod von 16 Menschen bestätigt, darunter waren auch vier deutsche Opfer. Acht Bundesbürger werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch immer vermisst.

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