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Deutsche Bank

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14.09.2015

Deutsche Bank US-Zentralbank sollte Leitzinsen erhöhen

„Aber auf die lange Bank schieben dürfte in beiden Fällen zu Schmerzen führen.“

Frankfurt – Die Volkswirte der Deutschen Bank fordern die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu einer strafferen Geldpolitik auf: „Unserer Ansicht nach sollte die Fed in dieser Woche die Leitzinsen erhöhen“, schreibt der Chefökonom der Bank, David Folkerts-Landau, in einem Gastbeitrag für die „Welt“.

„Einen guten Zeitpunkt für Zinserhöhungen gibt es genauso wenig wie für einen Zahnarztbesuch. Aber auf die lange Bank schieben dürfte in beiden Fällen zu Schmerzen führen“, warnt der Volkswirt. „Die Fed sollte die Normalisierung des Zinsniveaus jetzt einleiten.“ Dass es so kommt, hält Folkerts-Landau für keineswegs sicher. Es sei vielmehr „gut möglich“, dass die Fed „untätig bleibt“.

Angesichts der Abkühlung der Konjunktur in China und möglichen Verwerfungen auf den Finanzmärkten hatten zuletzt viele Experten vor einer Zinserhöhung in den USA gewarnt. So mancher Volkswirt glaubt inzwischen, dass die Fed zumindest noch bis zum Jahresende abwarten wird. Nach Ansicht von Folkerts-Landau wäre ein solches Zögern jedoch ökonomisch nicht gerechtfertigt. „Die Divergenz zwischen der geldpolitischen Ausrichtung der Fed und der konjunkturellen Lage war nie größer als zurzeit“, mahnt er.

„Das Wachstum ist robust, und eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent markiert für die Fed Vollbeschäftigung.“ Die Inflationsrate liege in Amerika nur aufgrund des starken Dollars und des niedrigen Ölpreises unter dem Fed-Ziel von zwei Prozent. Dies werde nicht von Dauer sein. „Die robuste US-Konjunkturlage verlangt viel eher eine mindestens neutrale Geldpolitik – das heißt Leitzinsen von über drei Prozent ohne Aufblähung der Notenbankbilanz.“ Stattdessen verharren die Leitzinsen noch immer bei null Prozent und die US-Banken schwimmen in Liquidität.

Folkerts-Landau hält diesen Kurs für riskant: „Die Inflation stellt derzeit noch kein Problem dar; auf längere Sicht ist ein Nullzinsniveau jedoch das beste Rezept für ein Überschießen. Je länger man wartet, umso größer die Risiken.“ Sollten die Preise deutlich schneller zu steigen beginnen, „wäre die Fed gezwungen aggressiv zu Werke zu gehen und würde damit der US-Konjunktur wie auch der Weltwirtschaft erheblichen Schaden zufügen.“

Die eingetrübte Lage in China sieht der Deutsche-Bank-Ökonom nicht als Anlass für ein weiteres Abwarten der Fed. Die Befürchtungen seien übertrieben, weil sich in China lediglich eine leichte Verlangsamung des Wachstums abzeichne. „Selbst eine deutlich stärkere Abschwächung in China dürfte sich kaum spürbar auf das US-Wachstum auswirken.“

Auch mögliche negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte relativiert Folkerts-Landau: Die Aktienkurse seien im gesamten Jahresverlauf gestiegen – „trotz der anhaltenden Spekulationen über eine Zinswende in den USA“.

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