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01.05.2011

Deutsche-Bahn-Tochter steigt aus israelischem Schnellzugprojekt aus

Berlin/Jerusalem – Die Deutsche-Bahn-Projektentwicklungstochter DB International (DBI) beugt sich dem politischen Druck und zieht sich aus dem Neubauprojekt Tel Aviv–Jerusalem zurück. Das berichtet der „Spiegel“. Die geplante Eisenbahnverbindung soll spätestens im Jahr 2017 beide Großstädte in nur 28 Minuten miteinander verbinden. Das 1,2-Milliarden-Euro-Vorhaben der israelischen Staatsbahn ist brisant, weil die Strecke sechs Kilometer weit durch das palästinensische Westjordanland führen soll; dies verletzt nach Ansicht von Projekt gegnern internationales Recht. Eine Palästinenser-Initiative hatte vor einigen Monaten das Engagement der Deutschen Bahn kritisiert. Der Staatskonzern hatte Israel Railways bei der Elektrifizierung der Strecke beraten und Studien zu den Höhenprofilen erstellt.

Nun macht die Bahn einen Rückzieher, nachdem auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in einem Brief an Bahn-Chef Rüdiger Grube auf die politische Brisanz des Projekts hin gewiesen hatte. Bahnintern heißt es, auch die DBI halte die geplante Streckenführung „aus völkerrechtlicher Sicht“ für „problematisch“. Man habe daher gegenüber dem Auftraggeber deutlich gemacht, „dass es bei einem politisch derart sensiblen Projekt keine Aktivitäten der Deutschen Bahn geben kann“.

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