Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

ICE

© Terrazzo, Lizenz: dts-news.de/cc-by

26.04.2012

Deutsche Bahn Größte Mitarbeiterbefragung der Geschichte

Test der Qualität von Führungskräften.

Berlin – Die Deutsche Bahn startet Mitte Oktober die größte Mitarbeiterbefragung der Unternehmensgeschichte: 210.000 Mitarbeiter im Inland und die meisten der rund 100.000 Beschäftigten bei Auslandstöchtern sollen – freiwillig und anonym – über ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz Auskunft geben. Dies berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.

Nach Informationen des Blattes ist das Ergebnis maßgeblicher Bestandteil für die Höhe der Gehälter der Konzernvorstände, darüber hinaus aber auch ein Test der Qualität von Führungskräften. Zudem soll die Befragung eine „wichtige Ventilfunktion“ für die Belegschaft haben. Eine Umfrage im kleineren Stil Anfang 2010 hatte ergeben, dass rund 70 Prozent der DB-Mitarbeiter unzufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sind.

Im aktuellen Fragebogen, der der „Welt“ vorliegt, können sich die Mitarbeiter unter anderem dazu äußern, ob „Führungskräfte Anerkennung für besonderen Einsatz zeigen und faire Rückmeldung zur geleisteten Arbeit geben“. Oder ob „gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten“ bestehen, ob man „über wesentliche Dinge des Arbeitsbereichs ausreichend informiert“ wird, „Beruf und Privatleben gut vereinbar sind“ oder der „Umgang kollegial sowie respektvoll“ ist.

Konzernchef Rüdiger Grube will nach Ende der Befragung seine Führungskräfte in die Pflicht nehmen – sie müssen maßgeblich dafür sorgen, dass von den Mitarbeitern adressierte Missstände abgestellt werden. Wie es in den internen Vorgaben heißt, sollen sich in anschließenden Gesprächsrunden mit der Belegschaft „auch diejenigen Führungskräfte verpflichten, die mit ihren Mitarbeitern besonders dringend in den Dialog treten müssten, dies aber bei freiwilligen Workshops nicht tun“. Für Chefs, die gerne einen Konfrontationskurs steuern, dürfte das eine große Herausforderung werden. Entsprechende Workshops seien allerdings auch „bewährt bei Führungskräften, die bereits gut sind. Denn gut kann auch noch besser werden“, steht im Planungskonzept.

„Die Mitarbeiter sollen spüren, dass die Frageaktion Folgen hat, dass es Veränderungen gibt“, sagt ein Bahn-Manager. Dass es dazu kommt, wird im besonderen Interesse der Konzernvorstände liegen, denn ihr Gehalt hängt künftig maßgeblich von der Mitarbeiterzufriedenheit ab. Bei ihnen macht das Festgehalt weniger als ein Drittel aus, der Rest sind variable Bestandteile. Ab diesem Jahr setzen sich nun diese Boni aus vier Komponenten zusammen, wobei die Punkte Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit zu 50 Prozent ins Gewicht fallen.

Die Betriebsräte, seit der Datenaffäre bei der Bahn eher skeptisch, was das Sammeln von Informationen bei der Belegschaft angeht, unterstützen die Aktion. „Das kann durchaus ein wirksames Mittel sein, Verbesserungen im Unternehmen durchzusetzen“, sagt ein Arbeitnehmervertreter. Eine Flut von „Denkzetteln für die Führungsmannschaft“ erwartet er nicht: „Seit der Börsengang abgeblasen wurde, ist wieder mehr Ruhe eingekehrt.“

Allzu viel sollten die Mitarbeiter dennoch nicht erwarten, denn den Aufwand für Verbesserungen will die Bahn möglichst gering halten. Besagte Workshops ermöglichten unter anderem auch „die Ableitung von Maßnahmen dort, wo ein Großteil ohne zusätzliche Kosten umgesetzt werden kann“, wie es im Planungskonzept heißt.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/deutsche-bahn-lasst-belegschaft-uber-hohe-der-vorstandsgehalter-mitbestimmen-52576.html

Weitere Nachrichten

Frankfurt IG Metall

© Epizentrum / CC BY 3.0

IG Metall NRW Arbeitsplätze bei Opel in Bochum nicht gefährdet

Die IG Metall in NRW bereitet sich auf den Verkauf von Opel an den französischen Automobilkonzern PSA vor. "Wir müssen intern bewerten, ob der Deal mit PSA ...

Donald Trump 2015

© Gage Skidmore / CC BY-SA 3.0

Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff Wir machen keine Pfötchen vor Trump

Der Arbeitgeberfunktionär und Unternehmer Arndt Kirchhoff, sieht "ein bisschen verwirrt" aber gelassen auf das Verhalten des neuen US-Präsidenten. "Die ...

Kaiser’s Tengelmann AG

Kaiser’s Tengelmann AG © Okfm / CC BY-SA 3.0

Verbraucher Kartellamt erwartet nach Tengelmann-Verkauf steigende Preise

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, erwartet steigende Preise, nachdem Edeka nun Kaiser's Tengelmann übernimmt. "Die vier Handelsketten ...

Weitere Schlagzeilen