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Deutsche Autofahrer müssen bezahlen

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17.02.2012

Iran-Prämie Deutsche Autofahrer müssen bezahlen

Preis für Superbenzin erreicht Rekordstand – E10 bei 1,62 Euro – Ölpreis über 120 Dollar.

Hamburg – Bittere Zeiten für Autofahrer: Der Preis für Superbenzin ist aus Angst vor einem Krieg in den Ölgebieten am Persischen Golf auf Rekordhöhe gestiegen. Ein Liter Super E10 kostete am Freitag im Schnitt rund 1,62 Euro, etwa 10 Cent mehr als noch vor einem Monat. Dieses Rekordniveau war erst einmal, im April 2011, erreicht worden. Hintergrund des Anstiegs sind die hohen Rohölpreise von mehr als 120 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter).

Nach unbestätigten Berichten erwägt Israel einen Angriff auf den ölreichen Iran, weil es annimmt, Teheran strebe den Bau einer Atombombe an. Iran hatte angekündigt, dann die Öltransporte aus dem Persischen Golf zu unterbrechen.

Nach Angaben des Marktführers Aral kostet Super E10 zurzeit 1,62 Euro pro Liter, Diesel 1,51 Euro. Ein Liter Heizöl liegt bei 93 Cent, wie der Hamburger Energie Informationsdienst (EID) mitteilte. Der EID hatte diese Woche sogar 1,63 Euro für den Liter E10 ermittelt. “Damit ist ein neues historisches Allzeithoch erreicht”, zitierte die “Bild”-Zeitung den EID-Chefredakteur Rainer Wiek. Super E5 ist noch einmal 3 Cent teurer.

Die Ölkonzerne Aral und Shell erklärten die hohen Preise an den Zapfsäulen mit ebenso hohen Wiederbeschaffungspreisen am Treibstoffmarkt in Rotterdam.

Nach Berechnungen des Verkehrsclubs ADAC kostete E10 am Donnerstag im Bundesdurchschnitt 1,59 Euro pro Liter. Dies sei zwar ein Jahres-, aber kein Allzeithöchststand, sagte ein Sprecher. Den höchsten Super-Preis aller Zeiten hatte der Verkehrsclub am 29. April 2011 festgestellt. Damals lag der Preis bei 1,612 Euro.

Iran ist der viertgrößte Ölexporteur weltweit. Das Land kann nicht nur die eigenen Lieferungen stoppen, sondern auch die Exporte aus dem Persischen Golf behindern. Die Meerenge Straße von Hormus grenzt an den Iran, der mit Raketen, Kanonen und Minen durchfahrende Tanker stoppen könnte.

Die EU hat bereits ein Importstopp für iranisches Öl verhängt, das aber erst im Juli in Kraft treten soll.

Auch immer bessere wirtschaftliche Signale aus großen Industrienationen sowie steigende Aktienkurse treiben zurzeit den Ölpreis. Anleger rechnen sich aus, dass eine anziehende Wirtschaft mehr Öl nachfragen wird. Der Deutsche Aktienindex DAX stieg am Freitag um über ein Prozent.

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