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Der rätselhafte Tod der Miller-Zwillinge

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08.03.2012

Kalifornien Der rätselhafte Tod der Miller-Zwillinge

Eigenbrötlerisches Schwesternpaar mit 73 Jahren tot aufgefunden.

South Lake Tahoe – Patricia und Joan Miller waren ihr Leben lang unzertrennlich. Gemeinsam ließen sich die eineiigen Zwillinge als Mädchen mit Bing Crosby fotografieren, traten in jungen Jahren in einer Fernsehshow auf und kauften sich später zusammen ein Haus im idyllischen South Lake Tahoe in Kalifornien. Dort wurden die zurückgezogen lebenden Schwestern jetzt mit 73 Jahren tot aufgefunden – gemeinsam und ohne erkennbaren Grund.

Eine lag im Schlafzimmer, die andere im Flur davor. Wann und woran die beiden starben, konnte die Gerichtsmedizin zunächst nicht feststellen. Der Zustand der Leichen deute aber darauf hin, dass die Schwestern bei ihrem Auffinden vorige Woche schon mindestens mehrere Wochen tot waren, berichtete Detective Matt Harwood vom Büro des Sheriffs im Kreis El Dorado.

Die Polizei fand keine Blutspuren, keine Anzeichen eines Kampfes. Nichts ließ darauf schließen, dass die Frauen ernstlich krank waren. Es herrschte auch keine Unordnung im Haus, die auf gesundheitliche oder psychische Probleme hindeuten würde. Offenbar hätten die Schwestern nur einander gehabt und ohne einander nicht leben können, vermutete Harwood. „Ich nehme an, dass die eine starb und die andere nicht damit fertig wurde.“ Sie schienen eines natürlichen Todes gestorben zu sein, doch versuchten die Ermittler noch ein genaues Bild zu bekommen.

„Die Umstände ihres Todes sind irgendwie ein Rätsel“, erklärte der Polizist. „Diese beiden hatten immer nur einander, und wir würden gerne wenigstens um ihretwillen die Familie benachrichtigen.“ Doch Angehörige oder enge Freunde der Zwillinge konnten bislang nicht ausfindig gemacht werden. Nach ausführlichen Medienberichten der vergangenen Tage meldeten sich zumindest Bekannte und Nachbarn von früher, die ein wenig Licht in die Geschichte der eigenbrötlerischen Miller-Schwestern brachten.

Demnach hießen ihre Eltern Fay Lang und Elmon Gordon Miller, genannt „Bud“. Sie wuchsen in Portland in Oregon auf und zogen später in die Gegend von San Francisco, wo Joan das College besuchte. In den 50er Jahren traten sie kurz in einer Fernsehsendung auf und waren auch zur Truppenbetreuung auf Militärstützpunkten. Auf einem von der Polizei veröffentlichten alten Foto posieren zwei hübsche junge Frauen in schulterfreien Kleidern.

Sie hätten sich offenbar nie etwas daraus gemacht, auszugehen oder ihre sozialen Kontakte auszuweiten, sagte Harwood. Sie waren nie verheiratet, hatten keine Kinder, und gaben sich gegenseitig als nächste Angehörige an. Frühere Bekannte schrieben dem Sheriff, nachdem ihre Mutter gestorben und ein Bruder im Krieg gefallen sei, seien die Schwestern die letzten ihrer Familie gewesen. Manche wohnten zum Teil jahrzehntelang in der Nachbarschaft der Zwillinge und bekamen sie nach eigenen Angaben kaum zu Gesicht. Anrufer pflegten die beiden mit Vorwänden abzuwimmeln. Gingen sie – selten genug – einmal aus dem Haus, ließen sie sich auf keinen Schwatz ein. Einer Jugendfreundin sandten sie ohne jede Erklärung plötzlich keine Geburtstagskarte mehr.

Vor einem Jahr bemerkte ein Nachbar einen Krankenwagen vor dem Haus und nahm an, die Schwestern seien krank geworden. Jemand bat die Polizei, in Abständen bei dem Haus nach dem Rechten zu sehen. Bei einem Routinebesuch der Beamten am 25. Februar kam niemand an die Tür. Tags darauf drang die Polizei in das Haus ein und fand die Toten. „Sie hatten nur einander, und genau so wollten sie es haben“, vermutete Harwood.

Joyce Peterson, Vizepräsidentin einer Zwillingsvereinigung, hat einmal von 100-jährigen Zwillingen gehört, die kurz nacheinander starben. „Als Zwilling hat man diese Bindung aneinander, man ist sich nah – fast wie ein Ehepaar“, versucht sie das besondere Band zu erklären.

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