Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Kopftuchträgerinnen

© über dts Nachrichtenagentur

25.01.2015

Demografie-Problem Ministerpräsidenten fordern mehr Zuwanderung in den Osten

„Wir müssen Ausländer ins Land holen. Gerade der Osten braucht mehr Zuwanderung.“

Berlin – Mehrere Ministerpräsidenten ostdeutscher Länder haben sich für mehr Zuwanderung in den Osten ausgesprochen.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“: „Wir kennen das Demografie-Problem, deshalb sagen wir in Sachsen: Wir müssen Ausländer ins Land holen. Gerade der Osten braucht mehr Zuwanderung.“

Der thüringische Minsiterpräsident Bodo Ramelow erklärte in der Zeitung: „Deutschland braucht Zuwanderung, und der Osten ist ganz besonders darauf angewiesen.“ Thüringen habe gute Chancen als weltoffenes Land. „Wir können gar nicht genug Hände und Köpfe kriegen für die Arbeit, die zukünftig geleistet werden muss. Darüber müssen wir mit den Menschen reden.“

Auch der Regierungschef von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), verdeutlichte, dass Zuwanderung „gerade für die ostdeutschen Länder Entwicklungschancen“ biete. Auch wenn im Zuwanderungsrecht in den letzten Jahren einiges erreicht worden sei, „sollten die bundesrechtlichen Zuwanderungsregelungen erneut auf den Prüfstand gestellt werden“, forderte er.

Als konkrete Maßnahme für mehr Migranten im Osten sprach sich Tillich dafür aus, die Mindestverdienstgrenzen bundesweit drastisch zu senken: „Die Blue Card für ausländische Fachkräfte verlangt für einen Zuwanderer aus einem Nicht-EU-Land als Mindestgehalt über 40.000 Euro pro Jahr. Für Sachsen ist dies zu hoch“, kritisierte er die jetzigen Regelungen. Der Mindestverdienst eines Facharbeiters in Ostdeutschland liege dagegen bei rund 25.000 Euro im Jahr, rechnete Tillich vor. Er forderte: „Wir müssten uns an dieser Summe orientieren, da hier das demografische Defizit deutlicher ist.“

Jahrelang habe die Politik den Deutschen erzählt, „Zuwanderung müsse begrenzt werden, weil Zuwanderer den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen“, monierte Tillich. „Dann kam die Freizügigkeit in der EU, und wir stellten fest, da passiert ja gar nichts Schlimmes.“

Die Blue-Card-Regeln der EU sehen vor, dass ein Angehöriger aus einem Nicht-EU-Staat einen Arbeitsvertrag mit einem Jahresgehalt von mindestens 48.400 Euro vorweisen muss. Wer einen Hochschulabschluss in einem sogenannten MINT-Beruf oder als Arzt hat, muss mindestens 37.752 Euro verdienen, um in Deutschland eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/demografie-problem-ministerpraesidenten-fordern-mehr-zuwanderung-in-den-osten-77309.html

Weitere Nachrichten

Angela Merkel CDU

© palinchak / 123RF Lizenzfreie Bilder

Unionsfraktionsvize Fuchs Kanzlerin Merkel sollte 2017 erneut antreten

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs wünscht sich, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 erneut antritt. "Wir haben zwölf gute Jahre ...

Flüchtlings Erstaufnahmelager Jenfelder Moorpark

© An-d / CC BY-SA 3.0

Bericht BAMF rechnet mit hunderten Flüchtlingen aus Calais

Aus dem Flüchtlingslager von Calais, das französische Sicherheitsbehörden derzeit räumen, könnten auch viele Asylsuchende nach Deutschland kommen. Das ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Trittin Drohendes Ceta-Aus „Blamage für große Koalition“

Das mögliche Scheitern des Freihandelsabkommens Ceta ist nach Auffassung der Grünen eine Blamage für die große Koalition in Berlin. "Der Bundestag hat ...

Weitere Schlagzeilen