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Thomas de Maizière

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14.03.2015

de Maiziere Wir sollten positiv an Olympia-Bewerbung herangehen

„Ich finde, dass wir Deutsche glänzend darin sind, immer Gegenargumente zu finden.“

Berlin – Eine Woche vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), welche deutsche Stadt sich um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 bewerben soll, appelliert Bundesinnenminister Thomas de Maizière, die damit verbundenen Chancen zu betonen statt die Gefahren.

„Ich finde, dass wir Deutsche glänzend darin sind, immer Gegenargumente zu finden“, sagte de Maizière in einem gemeinsamen Interview mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann mit der „Welt“ (Samstagsausgabe). „Mit der Bewerbung um Olympische Sommerspiele können wir beweisen, dass wir auch zum Gegenteil in der Lage sind. Dass wir – natürlich ohne Gegenargumente zu missachten – positiv an ein Projekt herangehen können.“

DOSB-Präsident Hörmann sagte der „Welt“, Olympia sei nicht nur ein großes Fest: „Der Mehrwert der Spiele muss sich an anderen Dingen festmachen. Das Bewusstsein für die Sportentwicklung im ganzen Land vom Kinder- über den Jugend- bis hin zum Breiten- und Leistungssport wird zum Beispiel geschärft. Es kommt zu Effekten, die weit über eine ökonomische Berechenbarkeit hinausgehen.“

Hörmann hofft noch aus einem anderen Grund auf den Zuschlag für die Sommerspiele 2024: „Aus allen Bereichen der Gesellschaft – der Politik ebenso wie, enorm wichtig, der Wirtschaft – entsteht eine viel höhere Bereitschaft, den Sport aktiv zu fördern. Ohne ein solches Großereignis tritt dieser Effekt nicht ein. Letztlich unerheblich ist es dann für Sportdeutschland, ob Berlin oder ob Hamburg die Spiele ausrichtet.“

Die Anzahl gewonnener Medaillen deutscher Sportler bei Sommerspielen ist seit 1992 rückläufig. London 2012 taugte mit 44 Plaketten kaum zur Trendwende. In dieser Woche nun hat sich in Berlin ein Beratungsgremium konstituiert, das bis Rio 2016 ein Konzept für die Neuausrichtung der Sportförderung in Deutschland erarbeiten soll. Die Initiative, sagte der Sportminister, sei von ihm und dem DOSB-Präsidenten ausgegangen.

„Wenn wir nach Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen heimkamen, haben wir die Dinge öffentlich manchmal ein wenig schön geredet, waren aber irgendwie doch enttäuscht“, so de Maizière. „Es hat sich in Wirklichkeit eine Entwicklung nach unten verfestigt. Für eine Sportnation, wie wir sie sind, und auch mit Blick auf den finanziellen Einsatz, ist diese Entwicklung nicht akzeptabel.“

In einer wichtigen Frage sind sich Bundesregierung und der organisierte Sport derweil uneins: In der Ausgestaltung des noch zu beschließenden Antidoping-Gesetzes, dessen Entwurf im November vorgestellt wurde. Es geht vor allem um die strafrechtliche Verfolgung von Selbst-Doping im Spitzensport.

„Die Debatte über ein Antidoping-Gesetz hat bereits vor vielen Jahren begonnen“, sagte de Maizère. „In der letzten Zeit ist mir kaum einmal ein neues Argument vorgetragen worden. Wir haben uns neutralisiert mit dem Vortragen von Gegenargumenten. Im Ergebnis hatten wir dann kein Antidoping-Gesetz. Es gibt in einigen Fragen einen Dissens mit dem Sport, das ist wahr.“ Damit lasse sich umgehen.

„Aber es muss auch mal Ende der Debatte sein. Jetzt ist der Punkt, wo wir aus den verschiedenen Argumenten ein Ergebnis erzielen wollen. Es wird nicht besser, wenn man alles noch zwei Jahre diskutiert.“

Das Machtwort des Ministers im „Welt“-Interview: „Das betone ich an dieser Stelle: Wir reden hier über Strafrecht und ein Bundesgesetz. Da gilt das Primat der Politik – und nicht die Autonomie des Sports.“

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