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10.01.2010

DDR soll auch nach Mauerfall Briefe aus dem Westen überwacht haben

Berlin – Die DDR hat nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) auch nach dem Mauerfall am 9. November 1989 die Post ihrer Bürger überwacht. Das geht laut dem „Spiegel“ aus Unterlagen im Bundesarchiv in Koblenz hervor. Am 19. Januar 1990 meldete der westdeutsche Geheimdienst, die Postkontrolle des ostdeutschen Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS), des Nachfolgers der Stasi, arbeite „wieder in alter Stärke“. In allen 14 Bezirken der DDR werde die Post geöffnet, in den Bezirken Rostock, Gera, Halle, Neubrandenburg, Frankfurt (Oder) und Karl-Marx-Stadt sogar „jeder zweite Brief“. Nur Ost-Berlin sei eine Ausnahme. Dort gebe es keine Kontrollen. Die Dokumente des BND widersprechen dem aktuellen Forschungsstand. Die DDR-Regierung unter Hans Modrow (SED-PDS) hatte im Januar 1990 erklärt, dass die Postüberwachung am Tag vor dem Mauerfall eingestellt worden sei, und Stasi-Experten wie Walter Süß halten diese Version für glaubhaft. Allerdings sind aus dem AfNS die Akten nur teilweise überliefert.

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