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Oracle will mehr Geld von SAP

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07.02.2012

Datenklau Oracle will mehr Geld von SAP

Neuer Prozess soll tatsächlich entstandenen Schaden ermitteln.

Redwood Shores/Walldorf – Der Walldorfer Software-Konzern SAP muss für den Datenklau beim US-Konkurrenten Oracle möglicherweise doch härter büßen als gedacht. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen, der seit mehreren Jahren die Gerichte beschäftigt und immer wieder für Schlagzeilen sorgte, geht in eine neue Runde.

Oracle lehnt das von einem kalifornischen Gericht gegen SAP verhängte reduzierte Bußgeld ab, wie am Dienstag bekannt wurde. In einem neuen Prozess soll nun der tatsächlich entstandene Schaden ermittelt werden.

Der größte europäische Software-Konzern erklärte am Dienstag, er bedaure, dass Oracle “die Chance nicht genutzt hat, zu einer fairen Lösung der Angelegenheit zu kommen”. SAP werde weiterhin “alles daran setzen, den Rechtsstreit zu einem vernünftigen Ende zu bringen”. Die Aktien des im DAX notierten Konzerns gaben bis zum Mittag rund 0,5 Prozent nach.

Im November 2010 hatte ein US-Gericht gegen SAP auf der Basis hypothetisch entstandener Schäden eine Strafe von 1,3 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) verhängt. SAP setzte sich zur Wehr und bekam teilweise recht. Eine Bundesrichterin urteilte, dass nur tatsächlich von Oracle erlittene Schäden berücksichtigt werden dürften.

Die neue Strafe wurde Anfang September 2011 mit 272 Millionen Dollar deutlich niedriger festgesetzt. Die Summe basiert auf der Schätzung eines Oracle-Experten, welcher Gewinn dem Software-Hersteller entgangen ist. Der US-Konzern hatte aber die Option, ein neues Zivilverfahren gegen SAP anzustrengen.

Der US-Konzern wirft SAP vor, dass dessen 2005 übernommene, inzwischen aber aufgelöste Tochterfirma TommorrowNow Software und Kundendaten von einer passwortgeschützten Internetseite gestohlen habe. SAP räumte das Vergehen ein. SAP soll laut Oracle diese Informationen genutzt haben, um Kunden abzuwerben, indem ähnliche Leistungen zu geringeren Preisen angeboten wurden. Allerdings sei TommorowNow dabei nicht sehr erfolgreich gewesen, argumentiert SAP. Den dadurch entstandenen Schaden bezifferte SAP auf 40 Millionen Dollar.

Wegen des Rechtsstreits hatte SAP Rückstellungen von rund einer Milliarde Euro gebildet. Ende Oktober teilte der Konzern mit, dass aufgrund der Entwicklung die Rücklagen für die Strafzahlung um 723 Millionen Euro reduziert worden seien.

Im September 2011 hatte sich SAP bereits mit den US-Behörden in einem strafrechtlichen Verfahren auf die Zahlung einer Strafe in Höhe von 20 Millionen Dollar wegen Industriespionage geeinigt.

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