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21.10.2009

Datenklau bei SchülerVZ – Betroffene reagieren zumeist gelassen

Berlin – Der Diebstahl von Daten des Internetnetzwerks SchülerVZ verunsichert längst nicht jeden der Nutzer. „Kann mir mal einer sagen, was daran jetzt so schlimm ist“, fragt beispielsweise ein 20-jähriger Auszubildender in einer entsprechenden Diskussionsgruppe des Netzwerks. „Von mir aus könnt ihr euch alle mein Profil kopieren! Ich versteh gar nicht, was das auf einmal für ein Drama ist!“ Einige der Nutzer reagieren auch mit Unverständnis oder gar Schadenfreude. „Wieso seid ihr so doof und gebt eure Tel.-Nummer, Straße etc. in eurem Profil an“, will ein Schüler wissen. Ein Anderer verweist darauf, dass Sicherheit ihren Preis habe, SchülerVZ sei hingegen kostenlos. Weitere Nutzer zeigten sich unbeeindruckt von der Affäre, da sie in ihren Augen „nichts Wichtiges“ angegeben hatten oder ihre Angaben teils ohnehin nicht stimmten. Einige der Jugendlichen sehen hinter der Aufregung sogar lediglich einen Marketing-Schachzug des Netwerks. „Eine Lüge“, schreibt eine 14-Jährige. „Sie wollen nur Aufmerksamkeit auf sich lenken.“

SchülerVZ-Mitarbeiter hatten infolge des Datenskandals ein Forum gegründet, in dem sie sich mit den Fragen der Nutzer auseinander setzen. Mehr als 12000 der etwa fünf Millionen angemeldeten Schüler sind diesem bereits beigetreten, die Zahl der Beiträge beläuft sich bisher auf rund 6000. Am Wochenende war der Diebstahl riesiger Mengen Nutzer-Daten wie Name, Schule, Geschlecht, Alter und Profilfoto bekannt geworden. Ein 20-Jähriger war daraufhin am Sonntagabend in den Firmenräumen der VZ-Netzwerke in Berlin festgenommen worden, am Montagabend war gegen ihn ein Haftbefehl wegen versuchter Erpressung ergangen. Der Verdächtige soll gedroht haben, die Datensätze ins Ausland zu verkaufen und im Gegenzug 80000 Euro von den Betreibern des Netzwerks gefordert haben. Einem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge habe der Mann den Vorwurf der versuchten Erpressung inzwischen eingeräumt.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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