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Das Ende eines heimlichen Traums

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19.02.2012

Hamburger SV Das Ende eines heimlichen Traums

HSV-Trainer Fink: “Europa League ist nicht unser Anspruch” – Werder im Nordderby eiskalt.

Hamburg – Thorsten Fink erklärte den heimlichen Traum für offiziell beendet. “Wir haben gesehen, dass unser Anspruch nicht die Europa League, sondern das gesicherte Mittelfeld ist”, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:3 (0:2) im Nordderby gegen Werder Bremen. Ausgerechnet der ungeliebte Rivale hatte die zarten Hoffnungen, eine desaströs begonnene Saison vielleicht doch noch bravourös zum Abschluss bringen zu können, eiskalt zerstört. Wieder einmal.

“Die Nummer Eins im Norden sind wir”, hatten die mitgereisten Bremer Anhänger schon Minuten vor dem Schlusspfiff gesungen. Der HSV hatte dem wenig zu entgegnen. “Wenn man gewinnt, ist das immer verdient”, sagte Fink. Es war ein bitterer Nachmittag für die Hamburger. “So eine Niederlage im Derby tut weh. Es schmerzt aber noch mehr, dass der Abstand nach oben jetzt wieder wesentlich größer ist”, sagte Nationalspieler Dennis Aogo.

Acht Punkte beträgt der Rückstand des HSV auf Rang sechs. Acht Punkte liegt man vor dem 16. Platz. Tabellarisches Niemandsland. Dabei hatten die Hamburger gegen Werder mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe, machten aber eben auch mehr Fehler. Der stark aufspielende Marko Marin (9.), Tom Trybull mit seinem ersten Tor in der Bundesliga (45.) und Marko Arnautovic (86.) bestraften die Nachlässigkeiten in der Defensive der Platzherren gnadenlos. Auch Werder träumt vom Europapokal. Nach diesem Auftritt zu Recht.

“Da hat man den Unterschied gesehen”, sagte Fink und adelte die Bremer kurzerhand zu einer “Spitzenmannschaft”. In Richtung seines eigenen Team schickte der Coach eine eindringliche Warnung. “Man muss auch immer noch nach unten gucken. Ich lasse mir von niemandem aufschwatzen, dass wir bei einem Sieg oben hätten angreifen können”, sagte Fink: “Wir wollen jetzt so schnell wie möglich 40 Punkte erreichen und unter die ersten Zehn kommen. Dafür sind wir gut gerüstet.”

Bereit für die nächsten Aufgaben sieht man sich auch in Bremen. “Das war eine unserer besten Saisonleistungen”, sagte Torjäger Claudio Pizarro: “Ein Sieg im Derby ist immer etwas ganz Besonderes und ganz wichtig für das Selbstvertrauen.” Auch Trainer Thomas Schaaf war mit dem Dreier nach zuvor vier Unentschieden in Folge zufrieden: “Das war absolut verdient. Wir waren sicherer als in den vergangenen Wochen.”

Während sich der HSV oft umständlich mühte, den Ball nach vorn zu tragen, ging bei Werder vieles blitzschnell. Als Lohn ist Platz fünf erst einmal gesichert. “Wir waren perfekt vorbereitet”, sagte Marin, der die anfällige Hamburger Defensive ständig vor Probleme stellte. Manch HSV-Anhänger brannten da offenbar die Sicherungen durch. Kurz vor der Pause flog ein mit einem Feuerzeug beschwerter Becher aus der Hamburger Kurve und traf Marin an der Wade. Der DFB wird den HSV wohl zur Kasse bitten.

“So etwas ist einfach nur schade”, sagte der 22-Jährige: “Solche Typen gibt es bestimmt in jedem Stadion. Ich hoffe nur, dass es niemals normal wird, dass gegnerische Spieler so etwas erleben müssen.” In Hamburg war es wahrscheinlich auch ein Ausdruck von Frust. Zuletzt hatte Werder den HSV 2009 aus allen Träumen gerissen. Damals besiegelten die Bremer innerhalb von 19 Tagen das Ausscheiden des Rivalen aus Europa League sowie DFB-Pokal und beendeten zudem alle Hamburger Hoffnungen auf die Meisterschaft.

HSV-Stürmer Mladen Petric war schon vor drei Jahren dabei. Auch am Samstag schlich er wie ein Häufchen Elend durch die Stadionkatakomben. Daran hatte auch sein 50. Bundesligator (76.) nichts ändern können. “Das Derby zu verlieren, ist sehr bitter. Aber wir dürfen jetzt nicht die Köpfe in den Sand stecken. Wir müssen die Niederlage verarbeiten und jetzt nach vorn schauen”, sagte der Kroate. Nach vorn. Nicht nach oben.

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