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13.01.2015

Sprachwissenschaftler „Lügenpresse“ ist „Unwort des Jahres 2014“

„Mit dem Ausdruck „Lügenpresse“ werden Medien pauschal diffamiert.“

Darmstadt – Das „Unwort des Jahres 2014“ lautet „Lügenpresse“. Das gaben Sprachwissenschaftler am Dienstagvormittag bekannt.

„Das Wort `Lügenpresse` war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien. Gerade die Tatsache, dass diese sprachgeschichtliche Aufladung des Ausdrucks einem Großteil derjenigen, die ihn seit dem letzten Jahr als `besorgte Bürger` skandieren und auf Transparenten tragen, nicht bewusst sein dürfte, macht ihn zu einem besonders perfiden Mittel derjenigen, die ihn gezielt einsetzen“, teilte die Sprecherin der unabhängigen Jury und Professorin für Deutsche Linguistik an der TU Darmstadt, Nina Janich, mit.

Dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse stehe, auch wahr sei, stehe außer Zweifel. „Mit dem Ausdruck `Lügenpresse` aber werden Medien pauschal diffamiert, weil sich die große Mehrheit ihrer Vertreter bemüht, der gezielt geschürten Angst vor einer vermeintlichen `Islamisierung des Abendlandes` eine sachliche Darstellung gesellschaftspolitischer Themen und differenzierte Sichtweisen entgegenzusetzen.“

Neben „Lügenpresse“ wurden auch die Begriffe „erweiterte Verhörmethoden“ und „Russland-Versteher“ gerügt. Für das Jahr 2014 wurden 733 verschiedene Wörter eingeschickt. Die Jury erhielt insgesamt 1.246 Einsendungen.

Zum „Unwort des Jahres 2013“ war „Sozialtourismus“ gewählt worden, 2012 „Opfer-Abo„, 2011 „Döner-Morde„. Die „Unwort“-Aktion gibt es seit 1991.

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