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Blumen vor Kopenhagener Synagoge

© Britta Pedersen über dpa

16.02.2015

Dänemark Todesschütze von Kopenhagen wollte für IS kämpfen

Zwei mutmaßliche Komplizen festgenommen.

Kopenhagen – Nach den tödlichen Anschlägen von Kopenhagen mehren sich Hinweise auf ein islamistisches Motiv des getöteten Terroristen. Der 22-jährige arabischstämmige Todesschütze wollte sich einem Medienbericht zufolge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anschließen.

Weil er diesen Wunsch während einer Gefängnisstrafe geäußert habe, hätten ihn die Behörden auf eine Liste radikalisierter Häftlinge gesetzt, berichtete die Zeitung „Berlingske“ am Montag. Die Polizei nahm zwei mutmaßliche Komplizen fest, die wegen Verdachts der Mithilfe in Untersuchungshaft kamen.

Ein von dem Täter verwendetes Gewehr ist aus Armeebeständen entwendet worden. Die Waffe sei zusammen mit 43 weiteren Exemplaren vor sechs Jahren bei einem Raubüberfall auf eine Kaserne im Osten der Insel Seeland erbeutet worden, teilte Staatsanwalt Stig Fleischer dem dänischen Sender DR1 mit.

Die beiden festgenommenen Männer sollen dem Attentäter „mit Rat und Tat“ geholfen haben, wie die Polizei erklärte. Medienberichten zufolge haben die Männer dem Attentäter Waffen besorgt, was die Polizei zunächst nicht bestätigte.

Der Attentäter war der Polizei wegen Gewaltdelikten und Verstößen gegen das Waffengesetz bekannt. Der Mann sei in Dänemark geboren und im Bandenmilieu aufgefallen, teilte die Polizei mit. Laut dem Fernsehsender tv2 hieß er Omar Abdel Hamid El-Hussein.

Die Eltern des Attentäters sind Medienberichten zufolge Palästinenser. Er soll sich mehrfach sehr wütend über Israel geäußert und gesagt haben, dass er Juden hasse. Nach Informationen des dänischen Rundfunks war er erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Im November 2013 hatte er laut „Danmarks Radio“ einen Messerangriff in einer S-Bahn verübt.

Der Vater des Täters reagiert bestürzt auf die Tat. „Ich bin genauso schockiert wie der Rest der Welt“, sagte er der Zeitung „Jyllands Posten“. Er habe erst durch einen Anruf der Polizei von den Anschlägen seines Sohnes erfahren.

Der Terrorist hatte am Samstag und in der Nacht zum Sonntag angegriffen. Bei Schüssen auf ein Kulturcafé starb ein dänischer Filmemacher. Vor einer Synagoge im Stadtzentrum tötete der Angreifer einen 37 Jahre alten jüdischen Wachmann. Die Polizei erschoss den Terroristen bei einer versuchten Festnahme, nachdem er das Feuer eröffnet habe. Dänemark wollte am Montag mit Trauerkundgebungen der beiden Opfer gedenken.

Die israelische Regierung erntete mit ihrem Aufruf an die in Europa lebenden Juden zur Auswanderung nach Israel deutlichen Widerspruch. Die Juden hätten ihren Platz in Europa und im Besonderen in Frankreich, sagte Frankreichs Staatspräsident François Hollande. „Die Situation in Europa ist nicht so schlimm, das Leben in Europa ist nicht so katastrophal“, sagte Dänemarks Chefrabbiner Jair Melchior.

Nach den Terroranschlägen verlässt der schwedische Mohammed-Zeichner Lars Vilks einem Medienbericht zufolge für unbestimmte Zeit sein Zuhause. Grund seien Sicherheitsbedenken der Anwohner in Vilks‘ Heimatkommune Höganäs in Schweden, berichtete der schwedische Rundfunk. Der Karikaturist soll Ziel des Attentats auf das Kulturcafé am Wochenende gewesen sein. Er blieb unverletzt.

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