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CSU und FDP gehen mit Klarsfeld scharf ins Gericht

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10.03.2012

Wulff-Nachfolge CSU und FDP gehen mit Klarsfeld scharf ins Gericht

Dobrindt: „Früher SED-Marionette und heute Linkspartei-Kandidatin“.

Berlin – Die Präsidentschaftskandidatin der Linken, Beate Klarsfeld, bleibt wegen möglicher Geldzahlungen der DDR an sie unter Druck. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt griff die Linke und auch die 73-Jährige scharf an. „Früher SED-Marionette und heute Linkspartei-Kandidatin – darin liegt die ganze Verachtung der Linkskommunisten für unsere Demokratie und unseren freiheitlichen Staat“, bilanzierte er in der „Welt“.

Anlass der Attacke ist ein Medienbericht, wonach Klarsfeld 1968 2.000 Mark von der SED-Führung erhalten hat, nachdem sie öffentlich den damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger (CDU) wegen dessen NS-Vergangenheit geohrfeigt hatte.

Der Generalsekretär der Freien Demokraten, Patrick Döring, sagte: „Wenn sich herausstellen sollte, dass Frau Klarsfeld 1968 nichts als eine Helfershelferin für eine von der SED bezahlte PR-Aktion war, ist ihre Kandidatur für das höchste deutsche Staatsamt eine Ohrfeige für alle Demokraten in unserem Land.“

Der DDR-Experte Klaus Schroeder sagte, Klarsfeld habe es versäumt, in die DDR zu schauen. Der Wissenschaftliche Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin sagte im Deutschlandradio Kultur, auch in der SED seien nämlich ehemalige Vertreter des Hitler-Regimes schnell wieder aufgestiegen und hätten Schlüsselpositionen besetzt. Die Partei habe sie sogar gezielt angeworben. Im Zentralkomitee der SED seien in den 80er Jahren mehr ehemalige NSDAP-Mitglieder als ehemalige SPD-Mitglieder gewesen. Auf diesem Auge sei Klarsfeld aber blind gewesen.

Am Freitag hatte Klarsfeld bei einem Besuch in Dresden gesagt, sie habe 1968 einige Tage nach der Ohrfeige die 2.000 Mark dafür benutzt, um die Störung einer Veranstaltung mit Kiesinger in Brüssel zu organisieren. Bereits 1972 habe sie das alles in ihrer Autobiografie beschrieben. Zuvor hatte sie betont, nie im Auftrag der DDR gearbeitet zu haben, sondern in eigenem Auftrag.

Der Vize-Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte im Deutschlandfunk: „Sie ist in ihrem Kampf gegen Nazis unterstützt worden von Frankreich, von Israel, und auch von der DDR. Und das ist legitim.“ Ihr Engagement gegen alte und neue Nazis sei „von niemandem zu diskreditieren“.

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